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Freitag, 27. April 2012

Rezension ~ Als die schwarzen Feen kamen

Allgemeine Daten zum Roman

Titel/Autor: Als die schwarzen Feen kamen - Anika Beer
Broschiert: 448 Seiten
Verlag: cbj (12. März 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570401472
ISBN-13: 978-3570401477
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Genre: Kinder- & Jugendbuch



Inhaltsangabe

Völlig unerwartet wird die fünfzehnjährige Marie von Gabriel, dem Schwarm ihrer Mitschülerinnen, angesprochen. Gabriel vermag die Wesen zu sehen, die sich im Schatten der Menschen verbergen, und in Maries Schatten bemerkt er etwas Beunruhigendes: einen Schwarm gefährlich anmutender schwarzer Feen. Gabriels Angebot, ihr zu helfen, lehnt Marie zunächst ab, doch als es den Feen gelingt, in die Realität einzubrechen, geht sie erneut auf ihn zu. Gemeinsam versuchen sie, das Wesen der schwarzen Feen zu ergründen. Dabei stoßen sie auf eine düstere Stadt aus Obsidian, die Marie einst in ihrer Phantasie erschuf, die jetzt aber von den schwarzen Feen beherrscht wird. Mit Gabriels Hilfe will Marie es wagen, die Obsidianstadt zu betreten, um sich den Feen zu stellen …



Rezension

Ich habe schon lange keinen Roman mehr gelesen, der eine solch düstere und ausgeprägte Atmosphäre hatte, wie "Als die schwarzen Feen" kamen, denn durch den ganzen Roman zieht sich ein gewisses Gefühl von dunkler Trauer und auch Einsamkeit, das man den ganzen Roman hindurch sehr deutlich spürt und welches nur ab und an von einem leichten Schimmer der Hoffnung durchbrochen wird.

Doch gerade auch diese Atmosphäre hat das Buch für mich zu etwas besonderem gemacht, da man die schwarzen Feen und ihre Bedrohlichkeit, wie allein schon ihre Anwesenheit regelrecht gespürt hat. Allein die Idee, dass in jedem Schatten eines Menschen eine Kreatur lebt, die in gewissem Maß aus den eigenen negativen Gedanken entstanden ist und von diesen genährt wird, wie auch die schwarzen Feen, die eine dieser Kreaturen sind, fand ich einfach irgendwie gruselig schön und sehr stimmig. Insbesondere, da jede Kreatur, abhängig von ihrem Menschen, anders aussieht, so wie ja auch jeder Mensch von seinen Erfahrungen und Gedanken ganz anders ist. Des Weiteren sehr gut dahinter finde ich, dass der Großteil der Menschen von ihrer Kreatur auch einfach gar nichts mitbekommt, sieh nicht sehen kann und ganz arglos weiterlebt.

Vor allen Dingen war jedoch auch Maries Charakter sehr schön und hat mir gut gefallen, da sie alle ihre Gefühle bis an die Oberfläche getragen hat, man ihre Trauer über verletzende Handlungen, ihre Verzweiflung, ihre Wut, aber auch ihre Hoffnung und Freude gespürt hat und das alles aus den Situationen heraus einfach so verständlich war und man sich selbst einfach denken musst, dass es einem genau in dem Augenblick auch so gegangen wäre. Der neben ihr die Geschichte dominierende Gabriel hat mir durch seine mysteriöse Art auch sehr gefallen, da sie unter anderem auch die Spannung stark gesteigert hat, die innerhalb des Romans, auch in alltäglichen Situationen, immer unterschwellig vorhanden und zu spüren, jedoch nicht sehr direkt war.

Neben dem Fantasy-Anteil des Romans fand ich vor allen Dingen auch sehr interessant und gut umgesetzt, dass so viele reale und teilweise alltägliche Probleme mit angesprochen wurden und aufgetaucht sind und sich Marie nicht nur mit den Feen auseinandersetzen musste, sondern auch mit Zerwürfnissen zwischen Freunden, den ersten Partnern bzw. der Partnersuche und auch den kleineren oder manchmal größeren Problemen unter anderem mit den Eltern. Dadurch wurde der Roman noch auf eine Ebene gehoben, die in ihrer Deutung ein Stück aussagekräftiger ist, denn durch die düstere Atmosphäre bedingt, merkt man einfach, wie schwer das Leben für einen aussehen kann, dass man aber nie die Hoffnung dabei verlieren sollte.

Insgesamt ein Roman, der in meinen Augen vor allen Dingen über seine düstere Atmosphäre und seine wunderschöne Idee hinter den Schattenkreaturen lebt, aber ein wenig zu früh zu Ende gegangen ist, da mir der Abschluss zu abgehackt vorgekommen ist, da vieles offen im Raum stehen gelassen wurde und einem doch noch einige Fragen bleiben, deren Klärung noch schön gewesen wäre.



Fazit


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