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Freitag, 13. April 2012

Rezension ~ Chucks

Allgemeine Daten zum Roman

Titel/Autor: Chucks - Cornelia Travnicek
Broschiert: 192 Seiten
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (5. März 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3421045267
ISBN-13: 978-3421045263


 

 

 

Inhaltsangabe

Punkig, zärtlich, bedingungslos ehrlich – eine starke neue Stimme! Mae zog noch vor Kurzem als Punk durch die Straßen Wiens, lebte von Dosenbier und den Gesprächen mit ihrer Freundin über Metaphysik und Komplizierteres. Im AidsHilfe-Haus, wo sie eine Strafe wegen Körperverletzung abarbeiten muss, lernt sie Paul kennen und verliebt sich in ihn. Als bei ihm die Krankheit ausbricht, beginnt Mae gegen sein Verschwinden anzukämpfen: Sie sammelt seine Haare und Fußnägel wie Devotionalien und fängt zuletzt die Luft in seinem Krankenzimmer in einem Tupperdöschen ein. Chucks erzählt eine bezaubernde Geschichte vom Aufwachsen zwischen Liebe und Tod und ist von einem Ton durchdrungen, der mal humorvoll, mal aufwieglerisch laut, aber auch überaus zärtlich sein kann.


Rezension

Mit "Chucks" wird dem Leser die Geschichte von Mae erzählt, die nach dem Tod ihres Bruders eine Zeit lang auf der Straße lebte und nun bei der Aids-Hilfe arbeite und dort Paul kennenlernt.

Maes Erzählung wirkt in vielen Punkten sehr durcheinander geworfen, da sie beim Berichten sehr zwischen den einzelnen Stationen in ihrem Leben sprint und keine sequentielle Darstellung ihres Lebens bietet. Dieses Vorgehen unterstützt jedoch sehr stark Maes Charakterdarstellung, da die Geschichte in der Ich-Perspektive ist und ihr daher eine gewisse Spannung gegeben wird.

Ansonsten fiel es mir jedoch sehr schwer dem Charakter Mae näher zu kommen, da von ihren Gedanken und Gefühlen zu anderen Menschen, Themen mit denen sie konfrontiert wird sowie den Situationen in denen sich Mae befindet, nicht von ihr gegeben werden. Allein durch ihre Taten und Handlungen kann man auf ihren Charakter und ihre Gefühle schließen. Das jedoch fällt wiederum schwer, wenn man sich nicht gut in die Situationen von Mae einfühlen kann, wie es bei mir der Fall war. Weder konnte ich ihre Beziehung zu der Punk Tamara, noch zu Jakob, den sie vor Paul kennenlernt, noch zu Paul wirklich verstehen und teilweise auch nicht nachvollziehen, wie sie zu tun was sie tat, insbesondere in Bezug auf die beiden Männer in ihrem Leben. Insgesamt blieb mir einfach zu viel schleierhaft was Mae tat, wodurch das Buch für mich kein besonders Leseerlebnis war. Zudem blieben auch noch sehr viele Beweggründe und Entscheidungen Maes am Ende offen und ungeklärt und man hat nicht wirklich erfahren, warum sie damals so entschieden hat. Zumindest für mich war das so.

Ich kann mir jedoch vorstellen, dass wenn man Maes Situation besser nachempfinden kann, zum Beispiel auf der Straße zu leben bzw. dort leben zu wollen, weil das alte Leben einem nicht mehr lebenswert genug erscheint und sie versteht, da man Parallelen zwischen ihrem Charakter und sich selbst erkennen kann oder ähnliches, dass dann nicht so viel offen bleibt für einen selbst und man das Buch eventuell ganz anders empfindet.


Fazit


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