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Mittwoch, 11. April 2012

Rezension ~ Die Bucht des grünen Mondes

Allgemeine Daten zum Roman

Titel/Autor: Die Bucht des grünen Mondes - Isabel Beto
Taschenbuch: 544 Seiten
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3499257017
ISBN-13: 978-3499257018
Verlag: rororo (1. Dezember 2011) 

 

Inhaltsangabe

Eine Liebe, so mächtig wie der Amazonas Berlin, 1896: Für die junge Fabrikantentochter Amely bricht eine Welt zusammen, als sie erfährt, dass ihr Vater sie mit einem deutlich älteren Verwandten verheiraten will. Kilian Wittstock ist märchenhaft reich – und er lebt am anderen Ende der Welt. Als einer der mächtigsten Kautschukbarone beherrscht er das Amazonasgebiet. Schweren Herzens macht sich Amely auf die Reise über den Ozean. In Manaus erwartet sie ein fremdes, exotisches Leben voller Luxus und ein ebenso exzentrischer wie brutaler Ehemann. Erst als ein dramatisches Ereignis sie mit dem Indianer Aymáho zusammenführt, erfährt Amely, was Liebe bedeutet. Aymáho weckt in ihr tiefe Gefühle und nie geahnte Leidenschaft. Doch ihr gemeinsames Glück ist bedroht durch ein Geheimnis, das Aymáho in sich trägt.


Rezension

Amely muss zu ihrem Verwandten und Onkel nach Brasilien ziehen, um diesen zum Mann zu nehmen.
Sehr schön und auch einprägsam und bildhaft sind Amelys ersten Erfahrungen mit dieser so ganz anderen Welt, als der ihr aus dem preußischen Reichsgebiet bekannten, beschrieben. Wodurch man sich sowohl die deutlich ungezügelteren Städte, wie auch die gewaltige, laute und farbenprächtige Natur des südamerikanischen Kontinents richtig gut vorstellen kann und sich mitunter in den brasilianischen Dschungel versetzt fühlt.

Gerade wie neu alles für Amely ist, wird sehr deutlich herausgestellt und das nicht nur in Bezug auf das Land, sondern auch auf ihre ehelichen Pflichten ihrem Onkel und Mann Kilian gegenüber. Das Verhalten der Männer den Frauen gegenüber, insbesondere bei den körperlichen Aspekten, wird in diesem Roman sehr direkt und wenig beschönigend dargestellt, so dass man Kilian nicht nur wegen seines sehr aufbrausenden und launischen Charakters als recht unsympathisch empfindet.

Jedoch wird nicht nur das Leben der Menschen aus den Kolonialmächten und deren Leben in der Kolonie sehr eindrücklich beschrieben, sondern vor allen Dingen auch das ärmliche Leben der Sklaven und der brutale Umgang mit ihnen. Neben diesem lernt man jedoch auch die Welt der Indios kennen, die noch wenig von den westlichen Mächten beeinflusst ist und in ihrer gesamten Brutalität und Härte, aber auch Schönheit dargestellt ist, die ihnen das Überleben im Dschungel und zwischen fremden Stämmen sichert.

Neben diesen sehr gelungenen Beschreibungen von Natur und Kultur sind für mich manche der Charaktere leider ein wenig blass geblieben. Amely als Protagonistin wird zwar beschrieben, wie auch ihre Gefühle gezeigt, jedoch dringen diese nicht immer ganz bis zum Leser durch und auch viele ihrer Handlungen und teilweise ihre Wandlungen waren für mich als Leser daher nicht immer verständlich. Besonders dann, wenn auf einen sehr großen Fortschritt in ihrem Verhalten ein noch gigantischerer Rückschritt folgte.

Ebenso gab es eine ganz wichtige Wendung in der Geschichte, bei der ich mit genau diesem Inhalt nicht gerechnet hätte und die daher sehr plötzlich kam und aus der Luft gegriffen wirkte. Letztendlich wird dieser Punkt noch zufriedenstellend geklärt, wodurch er nicht völlig unpassend ist, aber dennoch war er sehr unerwartet und wirkte irreal.

Insgesamt ist es eine sehr schöne Geschichte, die mit sehr eindrücklichen Bildern der Natur erzählt wird und einen zum Träumen bringt, auch wenn für mich die Protagonistin ein großes Rätsel bleibt, den Sinn ihrer Handlungen und ihres Verhaltens betreffend.

Fazit


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