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Donnerstag, 26. April 2012

Rezension ~ Die Reliquien von Lissabon

Allgemeine Daten zum Roman

Titel/Autor: Die Reliquien von Lissabon - Jörgen Bracker
Gebundene Ausgabe: 360 Seiten
Verlag: Murmann-Verlag GmbH; Auflage: 1 (21. April 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3867740216
ISBN-13: 978-3867740210






Inhaltsangabe

Hamburg im Jahr 1402: Goedeke Michel, Kaperfahrer und Freund des berüchtigten Claus Störtebeker, wird in Hamburg hingerichtet. Er hinterlässt dem Hamburger Senat Brisantes: ein Hand-Reliquiar aus Lissabon, das den Likedeelern als Talisman diente. Die Stadt beauftragt den Ratsherren Nikolaus Schoke, die Reliquien diskret zurückzubringen. Getarnt als einfacher Seemann begibt er sich auf eine abenteuerliche Reise, die ihn quer durch Europa, nach London, Santiago de Compostela, auf die Kanaren und endlich nach Lissabon führt. Erst hier erfährt Schoke die Wahrheit über die Reliquien von Lissabon.

 

Rezension

Die Geschichte rund um Klaus Störtebecker ist in Deutschland zumindest in dessen Norden sehr bekannt und auch in vielen anderen Teilen Deutschlands ist zumindest sein Name so bekannt, dass man damit eine Geschichte verbindet, auch wenn man sie nicht kennt. In der Bruderschaft der Vitalienbrüder, der Störtebecker angehörte, waren jedoch noch weitaus mehr Männer aktiv, die sich durch ihre Taten auf See einen Namen gemacht haben, wie Gödecke Michels, dessen Gefangennahme zu den Geschehnissen geführt hat, die in diesem Roman auf fiktive Weise erzählt werden. Bei ihm und seinen Männern soll sich eine Reliquie befunden haben, die ursprünglich aus Lissabon stammt, sowie ihm ein Gelöbnis abgenommen worden, dass sie eines Tages nahe Lissabon eine Kirche zu Ehren dieser Reliquie errichten würden.

Nach ihrer Hinrichtung macht sich der Hamburger Ratsherr Nikolaus Schoke auf den Weg die Reliquien wieder zurück nach Lissabon zu bringen und gerät dadurch in ein großes Abenteuer, das er so nie erwartet hätte.

Mit vielen auch durch geschichtliche Fakten belegten Personen und Geschehnissen erzählt Jörgen Bracker in diesem Roman eine spannende Geschichte rund um das Vermächtnis Störtebeckers und Gödecke Michels sowie der Seefahrt. Es ist nicht nur beeindruckend auf welche spannende, atmosphärische und authentische Weise es Jörgen Bracker schafft einem einen Teil unserer Geschichte näher zu bringen, sondern auch, wie viel man dabei über die Seefahrt und vor allen Dingen das Segeln erfährt und lernt. Angenehm in den Text und die Geschichte eingebunden wird von verschiedensten Segelmanövern und folglich auch dazu notwendigen nautischen Begriffen, Schiffsteilen und Handgriffen berichtet. Dies geschieht auf eine Weise, dass man alles auch ohne größere Kenntnisse in diesem Bereich nachvollziehen kann und es Spaß macht, diese Szenen zu lesen.

Und obwohl Jörgen Bracker von der Geschichte berichtet, hat er einen Stil gefunden, in dem die Geschichte gut und leicht zu lesen ist, es gleichzeitig aber auch schafft den Geist der damaligen zeit einzufangen, spannend zu sein und das obwohl auch historische Fakten wiedergegeben werden.

Ein Ehrlich spannendes, atmosphärisches und auch historisch sehr fundiertes Buch, das sich natürlich zur Erhaltung der Spannung an manchen Ecken der Geschichte eine kreative Freiheit herausnimmt, dabei aber einfach toll zu lesen ist und einen, wenn man sich auf diesen historischen Stoff einlassen mag, der Zeit der großen Seefahrer näher bringt. 


Fazit


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