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Dienstag, 1. Mai 2012

Rezension ~ Die toten Frauen von Juárez

Allgemeine Daten zum Roman

Titel/Autor: Die toten Frauen von Juárez - Sam Hawken
Gebundene Ausgabe: 317 Seiten
Verlag: Tropen Bei Klett-Cotta; Auflage: 1., Aufl. (15. März 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3608502122
ISBN-13: 978-3608502121
Originaltitel: The Dead Women of Juárez
Genre: Krimi/Thiller/Horror


Inhaltsangabe

Für die Wahrheit ist es nie zu spät!
Ciudad Juárez, Mexiko, an der Grenze zu Texas. Zahlreiche Frauen verschwinden. Einheimische sagen, es seien mindestens 5000. Nur etwa 400 von ihnen wurden bislang gefunden - vergewaltigt und getötet. Sam Hawken verbindet die wahre Geschichte um die toten Frauen mit der Story von Kelly Courter, einem gescheiterten Boxer, der alles daransetzt, die Wahrheit herauszufinden ...

Viele, die etwas auf dem Kerbholz haben, flüchten nach Ciudad Juárez: auch Kelly Courter, Boxer aus den Vereinigten Staaten. Sein Geld verdient er mit fragwürdigen Boxkämpfen oder dem Verkauf von Drogen. Estéban, der Bruder seiner Freundin Paloma, versorgt ihn regelmäßig mit Stoff. Bald greift er selbst zur Nadel, driftet ab in die Welt des Rausches und bemerkt nicht einmal, dass Paloma spurlos verschwindet. Als kurz darauf ihre misshandelte Leiche gefunden wird, trifft ihn die harte Realität wie ein Schlag. Er wird verhaftet, gedemütigt und für ein Geständnis halb totgeprügelt. Erst als Rafael Sevilla, ein befreundeter mexikanischer Polizist, sich des Falls annimmt, kommt Licht in das dunkle Geheimnis der Frauenmorde von Ciudad Juárez.



Rezension

Sam Hawken bedient sich bei seiner Geschichte vor allem den Titel betreffen, einer realen Begebenheit, nämlich dem Verschwinden hunderter Frauen aus der Stadt Ciudad Juárez. Erwartet man jetzt jedoch, dass das Buch sich tiefergehend mit dem Thema beschäftigt, liegt man gänzlich falsch.

Auch der im Klappentext angesprochene Boxer Kelly Courter nimmt keine so große Rolle ein, wie man zunächst vermuten könnte, stattdessen taucht ein weiterer Charakter auf, der ebenso relevant ist, der Polizist Sevilla, den man sogar besser kennenlernt, als Kelly Courter selbst.

Zudem zeigt einem der Roman auf, wie übel einen das Konsumieren von etwaigen Drogen hinrichten kann, insbesondere sehr deutlich und in gewisser Weise auch ekelerregend, bei den härteren Vertretern. Doch das ist lange noch nicht alles, denn sollte diese Darstellung, die der Roman einem gibt, der Wahrheit entsprechen, wie es im mexikanischen Rechts- und Polizeisystem zugeht, dann wäre dieser Zustand mehr als katastrophal. Zum einen wären dann brutalste Foltermethoden, die im Roman nur zu genau dargestellt werden, an der Tagesordnung. Wie zudem auch als tödliche Unfälle getarnte Morde durch die Hand der Polizisten Gang und Gebe. Zum anderen wäre das gesamte System außerdem ein reinster Moloch aus Verderben, Drogen, Vergewaltigung, Gewalt und Mord.

Das Bild, dass der Autor zeichnet, ist extrem düster, verdorben und abstoßend und allein die Vorstellung, dass solche Zustände eventuell irgendwo real existieren, klingt einfach verrückt, da sie so katastrophal wären. Insbesondere auch, wie die Charaktere in dieser Umgebung dargestellt wurden und wie abstoßend sie auf mich wirkten. Mich hat jedoch nicht diese blutige und brutale Darstellung der Umstände am meisten gestört, sondern vor allen Dingen, dass so extrem viel an der äußeren Verpackung des Romans etwas vollkommen anderes erwarten lässt, als einem geboten wird, denn die toten Frauen spielen keine sehr große Rolle und auch Kelly Courters Rolle weicht einfach zu stark ab. Außerdem waren mir beide Protagonisten, wenn auch gut dargestellt, einfach nur unsympathisch und haben mich extrem abgestoßen und daher in keinem Fall Figuren zur Identifikation. Dazu kommt noch, dass viele Sätze auf Spanisch sind und diese nie übersetz werden, so dass man sich deren Bedeutung, bei Unkenntnis der spanischen Sprache, nur irgendwie versuchen kann zu denken, was den Lesespaß an vielen Stellen stark eindämmt.

Insgesamt ein seltsamer Roman, den man vielleicht mögen kann, wenn man an ihn ohne große Erwartungen rangeht, die der Titel einem eingeben könnte und zudem der spanischen Sprache mächtig ist, der jedoch eindeutig einfach nicht meins war.



Fazit


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