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Montag, 14. Mai 2012

Rezension ~ Wir zwei allein

Allgemeine Daten zum Roman

Titel/Autor: Wir zwei allein - Matthias Nawrat
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Nagel & Kimche (27. Februar 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3312004977
ISBN-13: 978-3312004973Genre: Gegenwartsliteratur





Inhaltsangabe

Seit dem Abbruch seines Studiums jobbt der Außenseiter Benz als Gemüsefahrer und ist damit zufrieden. Bis ihm Theres begegnet. Da schmiedet Benz plötzlich ausgefallene Pläne und unternimmt in Gedanken waghalsige Expeditionen, um ihre Liebe zu gewinnen. Schließlich gewährt sie ihm eine gemeinsame Nacht, aber danach ist sie plötzlich verschwunden. Nawrats Roman ist ein außergewöhnliches und starkes Debüt über eine Generation von Unentschlossenen, über die große Liebe und ihr manchmal atemberaubend hohes Risiko - eine vermeintlich alte Liebesgeschichte mit großer literarischer Finesse neu erzählt.



Rezension

Zunächst hat man bei diesem Buch den Eindruck, dass es klar ist, was der Roman einem sagen will, jedoch nur solange man nicht über den Klappentext hinausgelesen und den Roman angefangen hat, denn ab diesem Punkt kann man sich nur noch wundern.

Die angekündigte Liebesgeschichte war in meinen Augen mehr als seltsam dargestellt, denn nicht nur, dass die beiden den Eindruck erwecken, dass sie nicht wirklich großes Interesse an einer Beziehung, auch miteinander, haben beziehungsweise die Meinung dazu sehr starken Schwankungen unterworfen zu sein scheint, sie scheinen auch noch sich selbst extrem fremd zu sein.

Außerdem sind beide Charaktere sehr speziell und wirken auf mich, als seien sie psychisch recht labil. Der Erzähler zum einen scheint eindeutig eine Persönlichkeitsstörung zu haben, die es ihm unmöglich macht ein normales Leben zu führen, da er sehr selten wirklich Kontakt zu seiner Umwelt und anderen Menschen pflegt, eigentlich gar nicht in der Lage scheint, diese zu pflegen. Er hat keine wirklichen Freunde und wirkt zudem nicht wirklich wie der Klügste, sondern als würde er geistig ein wenig hinterherhinken. Zum anderen ist da Theres, die ab einem gewissen Punkt der Geschichte glasklar an einer irgendwie gearteten depressiven Störung zu leiden scheint und auf mich noch seltsamer und weltfremder wirkte als der Erzähler, wenn das denn überhaupt noch möglich war.

Durch diese psychischen Eigenarten konnte ich mich allein schon nicht mehr mit den Charakteren identifizieren, nicht mal mehr im Entferntesten und es fiel mir ehrlich schwer in der Geschichte mehr zu sehen, als eine sehr seltsame Handlung, die auch durch die sehr bildhafte und oftmals metaphorische Sprache nicht besser wurde, sondern wenn dann noch abgehobener, weil die Psychosen noch deutlicher zu Tage traten.

Neben diesen für mich schon wenig positiven Punkten, aus denen einzig wirklich angenehm die Beschreibungen der Landschaft und Umgebung, in welcher die beiden leben, heraussticht, irritierte und störte mich am meisten eine für mich seltsame Anspielung auf den bzw. ein Vergleiche mit dem Indianerstamm der Irokesen, der für mich vollkommen deplaziert wirkte und gar keinen Sinn machte.

Auch wenn ich bei Debütautoren ungern so hart bewerte, da es nun mal ihr erstes Werk ist, kann ich an dieser Stelle nur sagen, dass ich von diesem Autoren kein weiteres Werk in die Hand nehmen wollen würde, da man in meinen Augen schon einen recht speziellen Geschmack haben muss, um dem Buch wirklich etwas abgewinnen zu können. 



Fazit


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