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Montag, 25. Juni 2012

Rezension ~ Nordhörn

Allgemeine Daten zum Roman

Titel/Autor: Nordhörn - Jürgen Rath
Broschiert: 267 Seiten
Verlag: Sutton Verlag
Ersterscheinung: 1. Mai 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866809646
ISBN-13: 978-3866809642
Genre: Krimi/Thiller/Horror



Über den Autor

Jürgen Rath, gelernter Seemann mit Kapitänspatent, promovierter Historiker und Personalmanager, hat sich im vergangenen Jahrzehnt einen Namen als Schifffahrtshistoriker und Sachbuchautor gemacht. In seinem ersten Kriminalroman beweist der Hamburger neben profunder Sachkenntnis sein großes erzählerisches Talent.

Interview mit Jürgen Rath


Inhaltsangabe/Klappentext

Nicht gerade eine Traumaufgabe für Aushilfsarchivar Steffen Stephan: das verlotterte Archiv der Inselgemeinde Nordhörn auf Vordermann bringen. Im Winter. Auf einer sturmumtosten Nordseeinsel, auf der das Wirtschaftswunder auch 1959 immer noch nicht angekommen ist. Wenn wenigstens die Einheimischen etwas zugänglicher wären. Aber nein, irgendwie scheint sich hier jeder davor zu fürchten, dass Stephan im Archiv etwas Belastendes entdeckt. Als er erfährt, dass sein Vorgänger vor drei Jahren unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist, wird ihm langsam mulmig. Doch als pflichtbewusster Beamter macht Stephan unbeirrbar weiter. Bis die Verbindung zum Festland vom Eisgang unterbrochen wird und die Feindseligkeit in offene Gewalt umschlägt. Stephan wird gejagt. Auf einer Insel! 


Rezension

In der Nordsee gibt es viele kleine Inseln mit nur wenig Bewohnern und einer schlechten Verbindung zum Festland. Die Atmosphäre auf diesen Inseln hat etwas sehr dörfliches, denn jeder kennt jeden und Tratsch gibt es in jede Richtung und in Hülle Und Fülle. Zudem gibt es wohl kaum jemanden, der nicht irgendein Geheimnis hat und etwas hinterweltlich sind solche abgelegenen Orte meist auch. Besonders noch um das Jahr 1559 rum, in dem die Geschichte spielt und die Technologie noch lange nicht so weit war, wie heute.

In meinen Augen auf jeden Fall eine sehr geniale Ausgangssituation für einen Kriminalfall und mit »Nordhörn« hat Jürgen Rath dieses Szenario blendend ausgenutzt.

Insbesondere die kalte und feindliche Atmosphäre, die Steffen, der vom Festland kommend in die Gemeinschaft eindringt, auf der Insel entgegenschlägt, konnte man geradezu fühlen. Durch das Verhalten der Insulaner Steffen gegenüber wird die ganze Situation auch immer spannender und die Atmosphäre, auch wenn man glaubt das ginge kaum noch, immer gespannter.

Und umso mehr die Geschichte voranschritt, desto verwirrter war ich, wer nun wirklich etwas zu verbergen hatte, wer mit wem unter einer Decke stecken könnte und was im Archiv verborgen liegen könnte, dass sich die Insulaner so sehr gegen Steffen stellen. Der Spannung hat das natürlich mehr als gut getan.

Steffen war für mich auch noch so ein interessanter Charakter, da er als er auf die Insel kommt, eindeutig eher ein sehr stiller und schüchterner Typ ist, der nur selten aus sich herauskommt. Zudem wirkte er fast schon zu pflichtbewusst und pedantisch auf mich und auch leicht verschroben. Nach und nach verändert er sich jedoch und zeigt auch ganz andere Seiten, was ihn als Charakter äußerst interessant machte.

Auch wenn der Krimi von seiner Gesamtheit her eher ein seichterer Fall ist, ohne viel Blutvergießen und ausschweifende Morde, und sich vor allen Dingen durch das Rätsel darum definiert, was die Insulaner zu verbergen habe, macht ihn die Atmosphäre einfach einmalig spannend. Vor allen Dingen sticht er jedoch auch aus dem Gros der Kriminalromane heraus und meiner Meinung nach sollte jeder Krimifan diesen Roman ruhig lesen, da er einfach nur richtig gut ist.


Fazit


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