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Donnerstag, 5. Juli 2012

Rezension ~ Der Duft von Erde und Zitronen

Allgemeine Daten zum Roman

Titel: Der Duft von Erde und Zitronen
Autor: Margherita Oggero
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
Ersterscheinung: 9. Mai 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3421045534
ISBN-13: 978-3421045539
Originaltitel: L'ora di pietra
Genre: Zeitgenössische Literatur


Über den Autor

Margherita Oggero wurde in Turin geboren, wo sie auch heute noch lebt. Bekannt wurde sie durch ihre Kriminalromane, die es an die Spitze der italienischen Bestsellerlisten schafften und auch für das Fernsehen verfilmt wurden.


Inhaltsangabe/Klappentext

 Ein fesselnder Sommerroman – kraftvoll und emotional

Wie eine Gefangene lebt Imma in der Wohnung einer Tante hoch im Norden Italiens, weit weg von ihrem Heimatdorf bei Neapel. In der Einsamkeit der endlos scheinenden Tage wird Immas Wunsch nach Freiheit immer größer, bis sie sich schließlich stundenweise hinausschleichen kann und den jungen Buchhändler Paolo kennenlernt. Seine Bücher eröffnen ihr eine neue Welt und geben ihr den Mut, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

Einfühlsam, emotionsgeladen und voll Spannung ist „Der Duft von Erde und Zitronen”. Margherita Oggero entführt uns in die fast noch archaische Welt des italienischen Südens, in der ein Mädchen schließlich durch die Liebe zur Literatur den Mut findet, ihren eigenen Weg zu gehen.
(Eingekürzt, da sonst wirklich zu viel vom Inhalt des Romans verraten wird!)


Rezension

Eine Sache, die bei diesem Buch ehrlich sehr schade ist, ist dass der Klappentext des Verlags, durch einen Satz zu viel, jedwede Spannung von vornherein zunichte macht und man schon von Beginn an die wichtigste Sache an dem ganzen Buch weiß.

Es ist nämlich so, dass dieses Buch davon lebt, dass man nicht weiß wieso Imma wie eine Gefangene bei ihrer Extante leben muss und von daher rate ich dringend ab den Klappentext zu lesen, wie man ihn im Original vorfindet.

Ansonsten versetz einen der Roman in ein sehr eigenartiges Zeitgefühl, da einem Deutschen das Leben in dörflichen Gegenden Süditaliens doch sehr fremd vorkommt und vor allen Dingen in der heutigen Zeit kaum vorstellbar wirkt. Man muss denken, dass die Geschichte höchstens in den Achtzigern spielen kann und doch liest man zeitgleich von Internet und Smartphones, die es erst in neuerer Zeit gibt und die vollkommen deplaziert wirken.

Einfach, weil es schwer ist, sich vorzustellen, dass die Zeit an solchen Orten in einem gewissen Maß stehengeblieben zu sein scheint, fühlt man sich beim Lesen irgendwie seltsam. Zudem hat das in meinen Augen auch alle Charaktere deutlich älter wirken lassen, als sie es tatsächlich sind, da sie auf einen altbacken wirken.

Vor allen Dingen Imma als Erzählerin wirkte nur wenig authentisch, da sie für eine Dreizehnjährige deutlich zu erwachsen denkt und erzählt, so dass ich die meiste Zeit davon ausgegangen bin, dass sie mindestens schon siebzehn oder noch älter ist.

Jedoch muss ich sagen, lässt das Buch sich ansonsten sehr gut lesen und schafft es auch einem, besonders über die erzeugte Atmosphäre, in das so ganz andere Leben in Süditalien zu versetzen, das fremd und grausam erscheint in einigen Belangen. Vor allen Dingen jedoch wird man zum Nachdenken angeregt, über das Leben dort und vor allem auch über das Schicksal von Imma und anderer Frauen, denen es in der Realität wohl nicht viel anders ergehen wird.

Wäre der Klappentext nicht so verräterisch, dann wäre für mich bestimmt noch ein wenig mehr Spannung gegeben gewesen, so aber fehlt diese und das Buch ist einfach nur Gedanken anregend, aber eher ruhig und daher weniger für Spannung liebende Leser geeignet.


Fazit

 

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