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Mittwoch, 22. August 2012

Rezension ~ Knochenfinder

Allgemeine Daten zum Roman

Titel: Knochenfinder
Autor: Melanie Lahmer
Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Verlag)
Ersterscheinung: (16. Mai 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404166698
ISBN-13: 978-3404166695
Genre: Krimi & Thriller

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Über den Autor 

Melanie Lahmer geboren 1974 in Rotenburg/Fulda, lebt mit ihrer Familie in Siegen. Nach dem Studium der Erziehungswissenschaften arbeitete sie als Redakteurin und veröffentlichte Kolumnen und Kurzkrimis sowie Beiträge zum Wahrnehmungsphänomen Synästhesie. 2009 erhielt sie ein Aufenthaltsstipendium im Künstlerdorf Schöppingen. "Knochenfinder", ihr erster Kriminalroman, erscheint 2012 bei Lübbe. Nebenher betreut und schreibt sie Rezensionen fürs MinD-Magazin von Mensa und erkundet weiterhin die Synästhesie.


Inhaltsangabe/Klappentext

Ein Schüler verschwindet spurlos. Wenig später wird in einem Geocaching-Versteck im Rothaargebirge ein Finger gefunden, und an der Schule des Vermissten kursieren brutale Gewaltvideos. Kommissarin Natascha Krüger und ihre Kollegen suchen nach einem Täter - und ahnen nicht, welches grausame Spiel dieser mit ihnen spielt. Denn kurz darauf gibt es einen weiteren Geocaching-Fund ...


Rezension/Meinung

 Bei diesem Roman war ich schon extrem gespannt, wie wohl das Thema des Geocachings in die Krimihandlung integriert wird. Vor allen Dingen, da ich mit »Fünf« von Ursula Poznanski schon einen Roman kenne, der dieses thematisiert.

Was ich dabei ehrlich gut fand, war die Tatsache, dass sich die Ansätze der beiden Romane, so ähnlich sie im ersten Augenblick auch sind, sich in der Tiefe dann beginnen zu unterscheiden. Es ist zwar in beiden Fällen so, dass Leichenteile in den Caches, d.h. den Dosen, die beim Geocaching versteckt und gesucht werden, enthalten sind, aber da dies auch der schlimmsten Vorstellung von wohl jedem entspricht, der dieses Hobby betreibt, ist dies als Ausgangspunkt zu nehmen kein Wunder. Jedoch unterscheiden sich die Bücher stark darin, was sowohl die Intention des Täters anbelangt, als auch darin, wie die Funde in den Fall eingebunden sind. Ist es noch bei Poznanski so, dass die Polizisten durch ein Rätsel in der ersten Dose auf die Suche nach weiteren gehen, ist der Ansatz hier ein ganz anderer und auch irgendwie ein wenig realerer. Die Vorstellung, dass die Inhalte durch Geocacher eher durch Zufall gefunden und wegen ihrem Ekelfaktor gemeldet werden, in Verbindung mit einem Vermisstenfall, scheint mir einfach deutlich glaubwürdiger, was die ganze Sache interessanter gemacht hat.

Daher kann ich nur sagen, dass mir der Fall an sich schon sehr gut gefallen hat, einziges Manko war, dass während der Ermittlungen und Nachforschungen in alle Richtungen ich an manchen Stellen ein wenig das Gefühl hatte, dass einfach viel zu lange nichts mehr passiert ist und auch mehr Unwichtiges ans Tageslicht kam, als wirklich relevantes. Das war auf die Dauer, da solche Stellen immer wieder auftauchten ein wenig lästig und diese kleinen Längen haben mich schon ein wenig gestört. Obwohl ich es an sich schon interessant fand, dass in vielerlei Richtung ermittelt wurde und welche auch wirklich relevanten Themen dabei noch angerissen wurden.

Was mir die Längen wohl auch ab und an etwas unerträglicher gemacht hat, war wohl auch, dass ich nicht mit allen Charakteren 100% warm geworden bin und bei einigen noch kleinere Probleme hatte. Es war unter anderem zum Beispiel so, dass ich mich zwar recht gut in Natascha als Protagonistin einfühlen konnte und auch die Fähigkeit der Autorin, der Synästhesie, die sie ihr übertragen hat, verdammt spannend fand, aber es war auch so, dass ich mit ihren Kollegen Simon, Hannes Winterberg und Lorenz nicht richtig klargekommen bin. Simon war mir einfach zu undurchsichtig und ich habe die meisten Handlungen von ihm nicht nachvollziehen können. Lorenz wirkte zunächst wichtig, verschwand dann aber viel zu lange, um sich von ihm wirklich ein Bild zu machen und bei Hannes Winterberg hatte ich ein extremes Problem mit seinem Charakter, der für mich einfach nicht richtig passen wollte. Und das obwohl auf ihn von allen Charakteren glatt noch am meisten eingegangen wurde und trotzdem nahm er in meiner Vorstellung nicht so richtig Gestalt an.

Insgesamt war der Fall jedoch sehr spannend und es hat Spaß gemacht den Ermittlungen zu folgen, besonders, da man zwar gut verdächtigen konnte, aber nicht zwingend gleich den richtigen Riecher hatte, da der Täter doch auch sehr undurchsichtige Seiten hatte, was sehr schön gelöst wurde. Und auch, wenn der Protagonistin das Siegerland nicht so sonderlich zusagt, muss ich gestehen, dass ich die Beschreibungen schon irgendwie angenehm fand und mir die eher ländliche Atmosphäre auch sehr gefallen hat.

Zu guter letzt kann ich nur noch mal sagen, dass ich schon fand, dass sich das Buch zu lesen gelohnt hat, ich aber aufgrund mancher kurzen und kleinen Länge im Text, dann doch ein wenig Länger zum Lesen gebraucht habe, da die mich doch immer mal wieder aus dem Lesefluss geschlagen haben. Einen weiteren Band mit dieser Ermittlertruppe kann ich mir auch irgendwie vorstellen, obwohl ich hoffen würde, dass mir die Männer in einem solchen Fall vielleicht doch noch ein wenig verständlicher würden.


Fazit


Zudem möchte ich mich ganz herzlich beim »Lübbe-Verlag«, wie auch bei »Blogg dein Buch«
für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares bedanken.

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