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Freitag, 10. August 2012

Rezension ~ Mordsgeschäfte

Allgemeine Daten zum Roman

Titel: Mordsgeschäfte ~ Ein Sauerland Krimi
Autor: Martin Sudermann 
Broschiert: 240 Seiten
Verlag: Sutton Verlag
Ersterscheinung: 1. Juli 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3954000288
ISBN-13: 978-3954000289
Genre: Krimi



Über den Autor

Der Journalist Martin Sudermann ist im Sauerland aufgewachsen. Unter seinem bürgerlichen Namen Martin Rapp hat er sich mit Recherchen zu zeithistorischen Themen einen Namen gemacht. In seinem Krimidebüt beweist der heute in Köln lebende Autor neben großer Sachkenntnis viel Gespür für die Sauerländer Mentalität, Spannung und Timing.


Inhaltsangabe/Klappentext


In den rauchenden Ruinen des ausgebrannten Verwaltungsgebäudes einer Fabrik im sauerländischen Örtchen Grüneck entdeckt die Feuerwehr eine Leiche. Ein Unfall, ein Einbrecher? Aber wieso dann der Schädelbruch? Spätestens, als sich der Tote als ein aktenkundiger Linksradikaler entpuppt, der sogar weitläufig mit dem Besitzer der Metallfabrik verwandt war, ist es mit der Ruhe in Grüneck vorbei.

Unabhängig voneinander beginnen Kommissarin Ulrike Schrader von der Hagener Kripo und der aus der Grünecker Idylle nach Köln geflüchtete Journalist Thomas Krüdewagen, in ihrer Sauerländer Heimat in der Vergangenheit zu wühlen.


 

Rezension/Meinung

Wer bei diesem Krimi viele spannende und rätselhafte Morde erwartet, die im Folgenden mit viel Ermittlungsarbeit der Polizei und spannenden Verfolgungen und mulmigen Situationen einhergehen, dem will ich gleich zu Beginn meiner Rezension sagen, sollte wenn er diesen Roman liest, von solchen Erwartungen abstand halten, denn er ist einfach ganz anders.

Auch wenn man durch den spannenden Mord, mit dem der Roman startet und der eindeutig viele Rätsel aufgibt, dauert es nicht lange, dass man auf ganze andere Themen gelenkt wird und der Mord ins Hintertreffen zu geraten scheint. Eine sehr lange Zeit tauchen nämlich weder neue Entwicklungen rund um den Mord oder auch die Kommissarin Ulrike, die diesen zunächst unter ihrer Obhut hat auf, sondern man verfolgt viel mehr nur noch Thomas Krüdewagen, der durch den Mord auf alte Geheimnisse der Familie in der Vergangenheit gestoßen ist, bei seinen geschichtlichen Forschungen rund um diese.

An sich sind diese ganzen Szenen sehr schön gestaltet und das Lesen hat mir großen Spaß gemacht, was ich daran jedoch ein wenig seltsam fand, da es sich ja um einen Krimi handelte, war, dass der Mord an sich so in den Hintergrund rückte und man so lange zeit auf vollkommen andere Themen gelenkt wurde. An sich war es dann zwar auch noch nicht so, dass der Roman keinen Krimianteil mehr hatte, aber doch das geschichtliche deutlich überwog. Man drang daher auf eine angenehme Weise in das Vorgehen bei geschichtlichen Forschungen in Archiven ein und hat auch so einiges spannendes noch erfahren, so dass garantiert keine Langeweile aufkommt, wenn man ein wenig an Geschichtlichem interessiert ist, aber wirklich den Krimi habe ich in diesem Abschnitt nicht mehr finden können. Schade ist das natürlich, wenn man wirklich einen Krimi erwartet, wie er doch meist gestaltet ist.
Mir persönlich hat in diesen Abschnitten vor allen Dingen gefallen, wie die Menschen es schaffen, die negativen Vorfälle aus der Vergangenheit einfach zu leugnen, schön zu reden und dabei zu sehen, wie man durch genügend Nachforschungen doch ganz andere Fakten entdecken kann.

Jedoch muss ich leider auch sagen, dass über diese doch für mich interessanten Aspekte, die Charaktere sehr blass geblieben sind, denn von der Kommissarin erfährt man leider so gut wie gar nichts, was aber wohl auch mit dem Umstand zusammen hängt, dass sie während man den Nachforschungen von Thomas folgt, kaum im Roman auftritt, auch wenn ich am Anfang noch den Eindruck hatte, dass sie eine der Protagonisten wird, was sich dann aber schnell als ganz anders herausgestellt hat. Gerade bei ihr fand ich das sehr schade, weil sie mir von Anfang an sympathisch vor kam und ich von ihr gerne noch mehr erfahren hätte.

Auch bei Thomas konnte man nur schwer eine Persönlichkeit ausmachen, denn auch wenn er mir in gewisser Weise auch sympathisch war, wurde in den Abschnitten so ein großer Fokus auf die Nachforschungen seinerseits gelegt, dass man gar nicht mehr wirklich die Möglichkeit hatte, mehr über ihn zu erfahren. Selbst seine Emotionen, die manches Mal leicht aufflackerten, wurden meist sehr schnell erstickt. Insgesamt sehr schade, da ich mir vorstellen kann, dass man aus den beiden sehr interessante Persönlichkeiten hätte entwickeln können.

Ganz gegen Ende kommt der Roman dann irgendwann wieder auf den Mord zurück, jedoch muss ich sagen, dass mir dann manches ein wenig zu schnell ging, auch wenn man wenigstens eine Auflösung erhält und zudem war es ein wenig Schade, dass doch einige Fragen, die aus dem Sumpf der Vergangenheit auftauchten, nicht vollständig geklärt wurden. In manchen Bereichen hätte ich mir einfach noch mehr Aufklärung gewünscht, da so jetzt irgendwie alles sehr schnell kam.

Der Roman hat mir aber trotzdem irgendwie gefallen, da ich die Art der Autorin zu schreiben sehr gern mochte und mich auch die geschichtlichen Fakten interessiert haben und ich selbst diese spannend fand. Leider muss ich aber trotzdem sagen, kann ich den Roman nicht wirklich als Krimi sehen, sondern eher als Roman mit geschichtlichen und kriminalistischen Aspekten, was schade ist, wenn man als Leser einen Krimi erwartet, auch wenn er Krimifans schon Spaß machen kann, wenn diese mal einen Roman mit einer ruhigen Atmosphäre lesen wollen, in dem es nicht ganz so actionreich zugeht und sich darauf einlassen können, dass es kein reiner Krimi ist.


Fazit


An dieser Stelle möchte ich mich beim Sutton-Verlag auch nochmal ganz herzlich für dieses Rezensionsexempla bedanken!!!!

Kommentare:

  1. Es ist schon ganz richtig, wenn man diesen Roman nicht als eigentlichen Kirmi bezeichnet. Auf der anderen Seite gibt es einen Mordfall und damit hat die Bezeichnung Krimi schon die Berechtigung. Tatsächlich arbeitet der Autor hier ein dunkles Kapitel der Vergangenheit auf, für das er eine super Recherche betrieben hat.

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    1. Ich habe den Punkt, dass man hier keinen typischen Krimi in der Hand hält auch vor allen Dingen für die Leser der Rezension betont, die wirklich einen Krimi lesen wollen, wie man in klischeehaft beschreiben würde und dann vermutlich enttäuscht wären, weil sie einen solchen mit diesem Buch dann doch nicht in den Händen halten würden.

      Liebe Grüße,
      Themis ^.^v

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