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Donnerstag, 16. August 2012

Rezension ~ Morgen, morgen, wird alles zum guten Ende kommen!

Allgemeine Daten zum Roman

Titel: Morgen, morgen, wird alles zum guten Ende kommen!
Autor: Thomas Gatzemeier
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Soll und Haben Verlag
Ersterscheinung: 26. März 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 398134233X
ISBN-13: 978-3981342338
Genre: Zeitgenössische Literatur


Über den Autor


Am dunkelsten Tag des Jahres 1954 im sächsischen Döbeln geboren, wurde Thomas Gatzemeier ungefragt von einem katholischen Pfarrer getauft und absolvierte wenige Jahre danach eine Ausbildung als Schrift- und Plakatmaler. Arbeitete als Steinmetzgehilfe und Grabsteindesigner. Nach dieser Grundausbildung studierte er Malerei und Grafik an der renommierten Hochschule für Grafik und Buchkunst zu Leipzig. Seine Lehrer waren Arno Rink und Volker Stelzmann. 1980 beendete er sein Studium und ist seit dem freier Künstler.
Nach Konflikten mit den Machthabern und einem Ausstellungsverbot verlies er 1986 die DDR.

Hielt sich in Karlsruhe aber auch längere Zeit in Zürich und nahe Worpswede auf. Nach 1989 war er häufig zu temporären Arbeitsaufenthalten in Leipzig, wo er seit 2006 auch ein fest installiertes Atelier betreibt. 2002 arbeitete Gatzemeier ein Jahr lang an einem 60qm großen Altarbild in der Marienkirche Crailsheim - Onolzheim.

Sein malerisches Werk umkreist - stilistisch nicht gebunden - immer wieder den weiblichen Leib, ist an der Natur orientiert und mit der Tradition des gegenständlichen Abbildes verbunden. Auch wenn diese Gegenständlichkeit in früheren Werkphasen abstrahiert wurde, gründete sie immer auf explizit organischen Formen.

Seit 1987 stellt Gatzemeier in Galerien, Kunstvereinen und Museen aus.

Zahlreiche Werke befinden sich in renommierten Sammlungen des In- und Auslandes.
Seit einigen Jahren wendet er sich wieder stärker der Literatur zu und macht sie jetzt auch öffentlich. Zugunsten der literarischen Arbeit reduziert er zeitweise seine Ausstellungstätigkeit. Der 1983 begonnene Roman "Der Sekretär" erschien 2010. Danach gab er einen schmalen Band mit Erzählungen heraus. Im Frühjahr 2012 folgte der Roman "Morgen, morgen wird alles zum guten Ende kommen."
Wie auch in seiner Malerei ist die Spiegelung der Realität der Antrieb für seine schriftstellerische Arbeit.
Für Thomas Gatzemeier ist Literatur "Malerei mit anderen Mitteln". Auch in ihr entwickelt er die Spannung aus den Gegenpolen des Apollinischen und des Dionysischen. Des Eros und Thanatos. Des sowohl als auch. Des Soll und Haben.

Er lebt und arbeitet in Karlsruhe und Leipzig. Malt derzeit an einer "R-Klasse". Landschaftsbilder romantischen Ursprungs ins Jetzt transferiert. Auch sind die Vorarbeiten für einen neuen Roman so gut wie abgeschlossen.


Inhaltsangabe/Klappentext

Edgar Wünschel, studierter Mathematiker, arbeitete in der DDR als Friedhofsgärtner, ging mit seiner Frau nach Westdeutschland und fand keinen angemessenen Job. Sie verließ ihn, weil er trank, und er wurde, nach einem Besuch des Gerichtsvollziehers, Aktienhändler an der Frankfurter Börse.

Wieder in Leipzig, nun als Leiter des »Eigenhandels« einer großen Bank, dreht er ein erfolgreiches, aber auch hochriskantes Rad. Er hat schnellwechselnde Frauenkontakte, einen Porsche, eine Designerwohnung und einen Kühlschrank, der zu jeder Zeit Eiswürfel für Drinks bereithält. Edgar ist vom rational-mathematischen Denker zum Spekulanten geworden und frönt den Insignien des Erfolgs. Auf einem Segel-Törn verletzt er sich und wacht im Krankenhaus neben einem ehemaligen hohen Funktionär der SED auf. Die erste Finanzkrise beginnt. Ihm wird klar, welchem Trug alle aufgesessen sind und mit welchen Methoden die Bank gearbeitet hat. Edgars jugendlich rebellischer Geist bricht wieder hervor.

Er ersteigert liegengebliebene Gepäckstücke und schüttet den darin befindlichen Unrat im Büro seines Vorstandsvorsitzenden aus. Die karrierebewußte Tochter eines schwäbischen Bankers, mit der er gern geschlafen hätte, beschimpft ihn als Verräter. Edgar fährt zu seinem Jugendfreund. Zieht sich am darauffolgenden Morgen, noch unter Alkohol stehend, einen alten sowjetischen Trainingsanzug an. Geht in die Bank, kündigt und handelt mit dem inzwischen ausgetauschten Vorstand eine beachtliche Abfindung heraus, geht in sein Büro zurück und sieht auf den Monitoren die Zeit gekommen, wieder ganz groß in den Markt einzusteigen ...


Rezension/Meinung

Ich bin eine Frau und bei dem Roman hier hieß es damals vom Autor, dass es einige Leute gab, die meinten, er sei eindeutig ein Männerroman, mit dem Frauen nicht so wirklich viel anfangen könnten. Jetzt, nach dem lesen, kann ich sagen: »Ich konnte mit dem Roman nur wenig anfangen! «. Ob das jedoch mit meinem Geschlecht in irgendeiner Verbindung steht, kann ich nicht beurteilen.

Ganz sicher weiß ich jedoch warum der Roman nicht wirklich meins war. Die Hauptaugenmerke des Romans liegen auf zwei Dingen, zum einen auf Edgars Liebesleben und seiner sexuellen Einstellung. Zum anderen auf Aktien, dem Aktienmarkt und allem, was irgendwie mit Aktienhandel, der Börse und ähnlichem zu tun hat.

Man könnte jetzt denken: »Gut, der Roman soll ja eher etwas für Männer sein, also scheint der Knackpunkt in Edgars Einstellung zu Frauen und seinem sexuellen Verhalten zu liegen!«. Denkt man das jedoch, liegt man, was meine Einschätzung angeht ziemlich daneben, denn mein Problem lag deutlich sichtbar an der Börse.

Die Beschreibungen hinsichtlich Edgars Transaktionen an der Börse werden nämlich äußerst ausschweifend und für Menschen, die mit der Börse, der Finanzwirtschaft und dem Aktiengeschäft allgemein nur wenig bis gar nichts zu schaffen haben, sind diese Ausschweifungen oftmals vollkommen unverständlich. Zudem nimmt sie zwischen der Hälfte und einem Drittel des Romans ein, so dass das Thema einen sehr hohen Stellenwert in diesem Roman hat, den man auch nicht ignorieren kann.

Außerdem neigt der Autor noch dazu, dass er gern Fremd- und Fachwörter nutzt, die das Verständnis, zusätzlich zu komplexen und komplizierten Satzstruktur, noch deutlich verschlimmern.

Positiv zu sehen ist jedoch, wie gut Edgars Charakter herauskommt, denn der ist in jeder Situation seines Lebens ein echter Spieler und Zocker, wobei er mir meist doch bei allem was er tat ein wenig zu gut weg kam und immer Glück zu haben schien, zumindest im Endeffekt.

Insgesamt also einige Punkte, die mich gestört haben, die aber wohl eher allgemein sind, als durch mein Geschlecht zu kommen und die wohl jeder andere auch vollkommen anders sehen könnten, denn ich wette, dass wenn man sich selbst sehr für den Aktienmarkt etc. interessiert und da auch stärkere Kenntnisse besitzt, das ganze Buch besser verstehen wird, denn zumindest ein sehr gutes Grundwissen in diesem Bereich, hätte bestimmt auch mir noch sehr geholfen.


Fazit

Kommentare:

  1. Ich weiß zwar nicht wie du zu Awards stehst, aber bekommen hast trotzdem einen von mir =)

    http://seitenakrobatin.blogspot.de/2012/08/award-mein-3-award-d_17.html

    Wünsche dir ein schönes Wochenende.
    Liebe Grüße
    Silke

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  2. Hallo ^-^
    Der Lesemarathon, bei dem du dich als Teilnehmerin angemeldet hast, ist ja seit gestern vorbei, und um rauszufinden, wer denn die meisten Seiten gelesen hat und somit einen kleinen Gewinn von uns bekommt, bräuchten wir noch die Anzahl der gelesenen Seiten innerhalb der 24 Stunden von allen, die mitgemacht haben. Wie viele Seiten hast du denn gelesen? Ich wollte so schnell wie möglich den Gewinner verkünden, darum frag ich jetzt nochmal nach ;)

    Ganz liebe Grüße,
    Sabrina. (:

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  3. Kein Problem ^^ Also, hast du beim Lesemarathon gar nicht mehr teilgenommen oder kann ich bei dir eine Anzahl eintragen? (:

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