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Donnerstag, 30. August 2012

Rezension ~ Sülze hilft gegen alles außer Heimweh

Allgemeine Daten zum Roman

Titel: Sülze hilft gegen alles außer Heimweh - Wie mir mein Metzger die Welt erklärte
Autor: Moritz Baumstieger
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: rororo
Ersterscheinung: 2. Juli 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499629550
ISBN-13: 978-3499629556
Genre: Comic & Humor


Über den Autor
©Nadine Löes

Moritz Baumstieger, geboren 1982, studierte Politik- und Islamwissenschaften in Köln und besuchte danach die Deutsche Journalistenschule. Seine erste journalistische Station war jetzt.de der Süddeutschen Zeitung. Heute lebt er in München und schreibt als freier Journalist u.a. für die Süddeutsche Zeitung, NEON, Stern und DIE ZEIT.




Inhaltsangabe/Klappentext

«Wie man in die Wurst beißt, so beißt man auch ins Gras.»
(Karl Wedl, Metzgermeister) 
Die Liebe führt Moritz nach München. Kurz darauf verlässt sie ihn auch schon wieder. Zum Glück gibt es Karl, den kleinen, schrulligen Metzger, der den einsamen Kölner bei sich aufnimmt. Als Kellner auf der Wiesn, als Schwammerlverkäufer auf dem Viktualienmarkt oder als Türsteher im P 1 – schon bald lernt Moritz, wie viel Münchens Stadtplan und eine gut sortierte Fleischtheke gemeinsam haben. Und glaubt Karl sogar irgendwann, dass die Seele aller Dinge in der Wurst liegt...
 


Rezension/Meinung

Ein philosophischer Metzger war ganz eindeutig etwas, das ich mir mal angucken musste, da es einfach vollkommen verrückt klang. Und mit verrückt lag ich bei dem Roman auch gar nicht so falsch, auch wenn philosophisch gesehen die besten Stellen schon auf dem Buchrücken und Cover verwurstet wurden.

Das Buch war letztendlich zwar deutlich weniger philosophisch als ich es erwartet hätte, denn irgendwie vermittelte mir da das Äußere dann doch mehr, als das Innere hielt und auch Metzger Karl hätte gerne noch eine etwas stärker Rolle spielen dürfen, da ich ihn irgendwie mochte, aber trotzdem hatte das Buch irgendwie was, auch wenn die Richtung eine vollkommen andere, als von mir erwartet war. Im Fokus des Romans stand nämlich ganz eindeutig Protagonist und Erzähler Moritz, dessen Selbstfindungsprozess, unterstützt durch Karl, man begleitet.

Wären die vielen doch eher sehr eigenen und charakterlich verrückten Personen in diesem Roman nicht, kann ich mir vorstellen, hätte mir der Roman nicht so sonderlich gut gefallen, da man zwar in vielen auch irgendwie seltsam anmutenden Situationen Moritz Leben begeleitet und das von Job zu Job, wo der eine verrückter und seltsamer ist, als der andere, aber letztendlich ist es auch immer wieder irgendwie das gleiche, abgesehen von Tätigkeit im Job und halt den Menschen denen er begegnet und die das Buch für mich auch ausgemacht haben, denn ohne diese, wäre ich durch die plätschernde Handlung wohl eingeschlafen.

Die Charaktere in dem Roman sind jedoch der Hammer, allen voran Karl, der mir mit seiner leicht kauzigen Art von Beginn an sympathisch war und der auch irgendwie des Öfteren sehr amüsante Sprüche von sich gegeben hat. Aber auch alle anderen Charaktere waren irgendwie immer ein wenig anders, was sehr dazu beigetragen hat das ganze ziemlich amüsant zu gestalten und aus der eher simplen Handlung eine doch ganz witzige Geschichte zu machen. Einfach auch weil die Charaktere teilweise leichte Stereotypen interpretieren, wie den Öko-Vegetarier oder ähnliches. Auf jeden Fall haben sie alle manche kleine Macke oder auch Besonderheit in ihrer Persönlichkeit, die sie auffallen lassen und die Handlung daher erfrischend aufgepeppt haben.

Insgesamt fand ich das Buch jetzt nicht wirklich überragend, denn die Story war für mich einfach eher ein Dahinplätschern, das ohne die skurrilen Charaktere schnell langweilig geworden wäre und daher einfach was zum Zwischendurch lesen und definitiv für mich nichts, wo man groß drüber nachdenken könnte oder müsste, auch wenn manche vielleicht Moritz Selbstfindungsprozess dazu geeignet fänden. Ein Buch das so ganz in Ordnung war, aber das ich nicht noch ein weiteres Mal lesen bräuchte, da es dann eindeutig nichts Neues mehr bieten würde, auch wenn es ganz amüsant war. 


Fazit

Kommentare:

  1. Schön, dass du auch 3 von 5 Sternen vergibst. Ich konnte die überschwengliche Begeisterung, die ich auf einigen Blogs gelesen habe, auch nicht ganz teilen. Lustige Ideen, ausgefallene Protagonisten, aber irgendwie keine "Story", nur einfach eine Aneinanderreihung von Episoden...

    LG, Julia

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    1. So kam mir das ganze auch vor. Weil eigentlich ist es nur Job A, Job B, Job C, etc. Ende...

      Viel passiert eigentlich nicht und wirklich viel philosophiert wird auch nicht, von daher ist es rein handlungstechnisch eher langweilig gewesen irgendwie.

      Liebe Grüße,
      Themis ^.^v

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