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Donnerstag, 27. September 2012

Rezenison ~ Scheiß Liebe

Allgemeine Daten zum Roman

Titel: Scheiß Liebe
Autor: Anja Kömmerling & Thomas Brinx
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Carlsen Verlag GmbH
Ersterscheinung: Juli 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551359911
ISBN-13: 978-3551359919
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Genre: Kinder- & Jugendbuch



Über  den Autor

Anja Kömmerling wurde 1965 in München geboren. Sie studierte in Frankfurt/Main und machte in dieser Zeit bei einem Praktikum ihre erste Bekanntschaft mit dem Kinderfernsehen.

Thomas Brinx ist 1963 geboren und in Ringenberg am Niederrhein groß geworden, wo er vor allem viel Fußball gespielt hat.

1988 lernten sich Anja Kömmerling und Thomas Brinx in Südfrankreich kennen, seitdem schreiben sie zusammen Geschichten; einige Kinderbücher waren auch schon dabei. Anja Kömmerling lebt heute in Düsseldorf, Thomas Brinx in Bonn.


Inhaltsangabe/Klappentext

Lenes heile Welt bricht auseinander, als sie in der Tasche ihres Vaters die Liebesbotschaft einer fremden Frau entdeckt.

Ausgerechnet ihr rationaler Vater zerstört mit einer Affäre die Familie? Lene will nur an den einen Satz glauben: "Alles wird gut."
Ihre große Schwester Rose dagegen glaubt seit ihrer Beziehung zu dem Musiker Dante an gar nichts mehr, vor allem nicht an die scheiß Liebe!



Rezension/Meinung

Entweder bin ich einfach schon zu alt für den Stil solcher Bücher oder es ist wirklich so, dass viele Autoren im Bereich der realeren Kinder-/Jugenbücher ohne irgendwelche phantastischen Hintergründe irgendwie oft einen sehr anderen und eigenen Schreibstil verwenden, der mir einfach nicht liegt.

Bei diesem Roman lag mein größtes Problem ehrlich darin, dass ich den Stil doch ein wenig seltsam fand, wie auch die Charaktere nicht so wirklich meins und auch irgendwie für mich gesehen komisch waren. Allein, dass die Protagonistin so gut wie nichts ohne ihr Schwein macht, dass die verrückte Schwester gerettet hat, war für mich einfach nur seltsam und auch durch die ganzen Dingen, wie sie mit dem Tier umgeht, auch ein wenig sehr abgehoben. Ebenso fand ich manche wohl jugendlich wirken sollenden Ausdrücke und Wortschöpfungen, die die Charaktere nutzen mehr als gewöhnungsbedürftig und seltsam, sowie auch die Bezeichnungen, die sich die extrem kindliche Protagonistin für alle ausdenkt, wie "Lenebitte" oder "Etrib" fand ich einfach nur nervig. Zudem war nicht nur Lene sehr seltsam, sondern irgendwie auch die meisten anderen Charaktere, wobei ich vor allem auch die Mutter einfach nur als vollkommen durchgeknallt bezeichnen würde von ihrem ganzen Verhalten her.

Insgesamt fand ich das ganze in dem Sinn schade, dass mich das Buch eher genervt hat und das obwohl das angesprochene Thema in meinen Augen ein nicht grade seichtes und wenig erstes ist. Da ich mir schon sehr gut vorstellen kann, dass es schlimm ist, wenn die Eltern sie trennen und jeder sich als Kind in dieser Situation fragt, wie er bloß damit umgehen soll und kann. Und auch die unterschiedlichen Reaktionen darauf zu sehen, da beide Schwestern ja doch sehr anders reagieren, fand ich an sich eine echt tolle Idee, um das Thema zu vertiefen und näher zu bringen. Und trotz der seltsamen Charaktere und Schreibweise schaffen es die Autoren auf jeden Fall die Gefühle rüber zu bringen, die Lene zum Beispiel in unterschiedlichsten Augenblicken und immer wechselnd befallen, wie Wut über die Tat des Vaters, Trauer, weil alles so passiert ist, aber auch die Hoffnung, die sie immer noch hat, dass doch alles wieder gut werden könnte. Genau dieses Wechselbad ist auf jeden Fall sehr gut beschrieben, ebenso auch, wie die Gefühle der Mutter, die natürlich auch nicht kalt gelassen wird von der Geschichte. Und auch Roses Gefühle sind schön geschildert und vor allen Dingen auch der großer Unterschied, wie sie damit umgeht und wie Lene die Situation versucht zu bewältigen ist klasse dargestellt.

Manchmal sind dann die Reaktionen auf die Gefühl für meinen Geschmack ein großes Stück zu heftig, so dass ich es einfach viel zu übertrieben fand, was leider wieder etwas schade war, denn bei vielen ihrer Reaktionen konnte ich die Charaktere gar nicht mehr verstehen, was bei den Gefühlen noch ganz anders war, denn da konnte ich nachvollziehen, wie es für sie dazu kam.

Das Thema das Buches ist auf jeden Fall interessant und auch vor allem für die Altersgruppe, für die der Roman ausgelegt ist, nur darf man sich wohl ehrlich nicht an dem für mein Empfinden eher etwas seltsamen Schreibstil des Autorenduos, wie auch vor allem nicht an den nicht ganz normalen Charakteren stören, die für mich einfach das Bild der halbwegs realen Geschichte kaputt gemacht haben. Ein Buch aus dem man auf jeden Fall noch einiges lernen kann als Kind/Jugendlicher, nur für mich leider zu abgehoben war in manchen Punkten. 


Fazit

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