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Mittwoch, 26. September 2012

Rezension ~ Shades of Grey - Geheimes Verlangen

Allgemeine Daten zum Roman

Titel: Shades of Grey - Geheimes Verlangen
Autor: E.L. James
Taschenbuch: 608 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
Ersterscheinung: 30. Juni 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442478952
ISBN-13: 978-3442478958
Originaltitel: Fifty Shades of Grey
Genre: Erotik
Reihe: Shades of Grey
Band: 1


Über den Autor

© Michael Lionstar
E.L. James ist Mutter von zwei Kindern.
Bis zu ihrem Erfolg als Autorin war sie bei einem Londoner TV Sender angestellt.
Die "Shades of Grey" Trilogie erschien ursprünglich in einem kleinen, australischen Verlag und wurde durch reine Mundpropaganda zu einem sensationellen und internationalem Erfolg.
Die Übersetzungsrechte wurden in viele Länder verkauft und Universal Pictures und Focus Features sicherten sich die Filmrechte.
In Amerika wurde bereits das passende Magazin zu den Büchern von E.L. James entwickelt, welches unter dem Namen "Fifty Shades - of American Women who love the book and live the life" veröffentlicht wurde.
Heute lebt die Autorin in London


Inhaltsangabe/Klappentext

Sie ist 21, Literaturstudentin und in der Liebe nicht allzu erfahren. Doch dann lernt Ana Steele den reichen und ebenso unverschämt selbstbewussten wie attraktiven Unternehmer Christian Grey bei einem Interview für ihre Uni-Zeitung kennen. Und möchte ihn eigentlich schnellstmöglich wieder vergessen, denn die Begegnung mit ihm hat sie zutiefst verwirrt. So sehr sie sich aber darum bemüht: Sie kommt von ihm nicht los. Christian führt Ana ein in eine dunkle, gefährliche Welt der Liebe – in eine Welt, vor der sie zurückschreckt und die sie doch mit unwiderstehlicher Kraft anzieht …



Rezension/Meinung

Ein Buch über das extrem viel gesprochen wurde und das schon vor seinem Erscheinen und von dem es auch ganz eindeutig die unterschiedlichsten Meinungen gibt. Von einfach nur genial bis zu der größte Mist der auf dieser Welt verzapft wurde, habe ich schon alles zu diesem Buch gelesen und irgendwie habe ich mir dann, als mir meine Tante erzählte, dass sie das Buch hat, gedacht: »Versuch es einfach mal!«, denn auch wenn ich eigentlich ungern mit jedem Strom mitschwimme und mir das Buch so wohl eher nicht gekauft hätte, wollte mir dann aber bei diesem Angebot dann doch mal meine eigene Meinung zu dem Ganzen bilden.

Vollständig zustimmen kann ich jetzt auf jeden Fall keiner der von mir oben genannten extremen Richtungen und Meinungen, denn weder kann ich im Nachhinein den Hype verstehen, der um dieses Buch gemacht wird, noch diejenigen die das Buch vollkommen verdammen. Ganz besonders nicht diejenigen, bei denen das Buch durchgefallen ist, weil es starke Ähnlichkeiten in Richtung der Stephenie Meyer Romane aufweist, da wohl langsam so gut wie jeder wissen sollte, dass dieser Roman sich aus einer Fanfiction zu eben jenen Büchern entwickelt hat und man dann ehrlich mit so was einfach rechnen muss. Das Buch also als schlecht zu bezeichnen, weil sich doch so einiges wiederfindet, ist in meinen Augen einfach nur affig. Vor allem auch, da ich die Ähnlichkeiten nicht so gravierend fand, wie ich sie ehrlich nach den Berichten und einigen Rezensionen erwartet hätte. Zumindest waren sie nicht schlimmer als bei manchem Romance-Fantasy-Jugendbuch, dass nach dem Meyer Erfolg erschienen ist.

Jedoch bekam der Roman aufgrund mehrer Kleinigkeiten noch einige Abstriche von mir. Was mir nämlich unter anderem so gar nicht gefallen hat, war der Stil in dem der Roman geschrieben ist. Im Allgemeinen hat mich dieser nämlich sehr stark an ein Jugendbuch erinnert mit seinen vielen eher kurzen und einfachen Sätzen, vielen Wiederholungen und einfachen Wörtern. Da ich jetzt nicht unbedingt bei einem Erotikroman ein sprachlich hochtrabendes Machwerk erwartet hatte, fand ich diesen Teil jedoch noch nicht sonderlich schlimm.
Andere Aspekte an der Umsetzung fand ich jedoch durchaus sehr unpassend oder haben mir einfach so nicht gefallen. Manches mag davon eventuell der Übersetzung geschuldet sein, denn das kann ich leider nicht beurteilen, nur schön war es in meinen Augen nicht.

Dazu zählen unter anderem auch die vielen Wiederholungen im Roman in Bezug zum Beispiel auf Anas Gefühle, wenn sie mal wieder Lust bekommt, denn wirklich jedes Mal wird der zu 100% gleiche Wortlaut genutzt, was ich dann doch ein wenig einfallslos fand. Ebenso hat mich sehr stark das Wort »postkoital« gestört, dass ich an sich doch sehr bescheuert fand. Zumal es doch ein wenig zu oft und auch vollkommen sinnlos verwendet wurde, weil ehrlich mal, wer spricht schon von »postkoitalen Haaren«.
Auch, dass Ana ständig von ihrer »inneren Göttin« spricht hat mich irgendwie gestört, weil mir diese Wortschöpfung vollkommen unerklärbar war, ich nicht wirklich wusste was in sich sie damit eigentlich wirklich meint und ich ehrlich zugeben muss, es mich ab spätestens der Hälfte des Romans immer leicht aggressiv gemacht hat, davor fand ich es eher amüsant, weil für mich einfach nur irgendwie kindisch.
Davon abgesehen hat es mich auch irgendwie gestört, dass die beiden beim Reden ständig zwischen Siezen und Duzen wechseln und das mitten im Gespräch. Allein schon da das Englische kein förmliches Sie kennt und es daher irgendwie falsch wirkte. Und nur weil die beiden ab und an nicht ihren Vornamen, sondern ihren Nachnamen zum Ansprechen nutzen, aus neckenden Gründen oder ähnlichem, fallen die meisten dann nicht ständig ins Sie.

Von diesen kleinen stilistischen Punkten, die ich nicht so gelungen fand, war die Handlung einfach überhaupt nichts besonderes, außer man zählt eher zu den etwas prüderen Personen, dann mag man sich über die Sexszenen eventuell ein bisschen aufregen oder peinlich berührt sein. Davon abgesehen war das meiste nämlich sehr vorhersehbar und erinnert ein einen x-beliebigen Liebesroman. Wer Bella und Edward kennt, konnte dann auch schon von Anfang an sehr leicht darauf schließen, wie ca. die Persönlichkeiten von Ana und Christian ausgeprägt sind, denn diese gleichen ihren Vorbildern doch sehr, abgesehen von ihrem starken Sexualtrieb, der aber ja durch das Erotikgenre klar war.

Insgesamt für mich einfach ein Roman, den man ruhig lesen kann, der recht flott weg gelesen ist durch seinen sehr einfachen Schreibstil und seine lockere Handlung, der aber für mich wenig spannend war und nichts so berauschend Neues und Tolles geboten hat, wie manche in ihm sehen, von daher auch eindeutig nicht gelesen werden muss. In meinen Augen ein einfach durchschnittlicher Liebesroman mit einem ein wenig größeren erotischen Aspekt, bei dem ich es für mich selbst als schade empfunden hätte, das Geld für ihn ausgegeben zu haben, da ich doch schon froh war, als ich von der »inneren Göttin« erstmal wieder befreit wurde.


Fazit

Kommentare:

  1. Also dass es aus Fanfiction zu Stephenie Meyers Büchern entstanden ist, war neu für mich. Das Sex-Skandalbuch nach Vorlage der prüden Twilight-Romane, das klingt schon fast nach einem schlechten Witz ;-)
    Na ja, ich warte mal, bis es bei uns in der Bibliothek steht, denn bei diesem Hype habe ich auch keine Lust, Geld dafür auszugeben...

    LG, Julia

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    1. Vielleicht wollten die Fans einfach das es ein bisschen frivoler zugeht :D Aber als richtigen Skandal konnte ich das ganze gar nicht empfinden, weil so schlimm ist es halt gar nicht.

      Nur die Genialität die manche bei diesem Buch sehen, habe ich auch ganz eindeutig nicht gefunden, dafür war es allein schon schriftstellerisch nicht herausragend genug, ganz abgesehen mal von der Handlung :D

      Liebe Grüße,
      Themis ^-^v

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