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Dienstag, 2. Oktober 2012

Rezension ~ Der Duft des Regens

Allgemeine Daten zum Roman

Titel: Der Duft des Regens
Autor: Frances Greenslade
Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Mareverlag
Ersterscheinung: 10. Juli 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866481764
ISBN-13: 978-3866481763
Originaltitel: Shelter
Genre: Gegenwartsliteratur



Über den Autor

Die kanadische Schriftstellerin Frances Greenslade wurde 1961 in St. Catharines, Ontario, geboren und wuchs gemeinsam mit ihren vier Schwestern und einem Bruder auf der Niagara-Halbinsel auf. Im Alter von zehn Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Winnipeg, wo sie bis zu ihrem 24. Lebensjahr lebte.
Nach ihrem Abschluss am Sprigfield Collegiate in Oakbank absolvierte Frances Greenslade ein Englisch-Studium an der University of Winnipeg.
Anschließend zog die Autorin nach Vancouver, wo sie für TV Guide tätig war, ehe sie beschloss, ihren Traum Schriftstellerin zu werden umzusetzen. Und so absolvierte sie 1992 ein Studium im Kreativen Schreiben mit einem MFA an der University of British Columbia.
Nachdem sie kurz darauf ihren heutigen Ehemann kennenlernte, zog sie gemeinsam mit ihm nach Regina, Saskatchewan, wo sie die First Nations University of Canada besuchte.
Kurz darauf veröffentlichte sie ihr Debütbuch "A Pilgrim in Ireland: A Quest for Home".
1996 brachte sie im Alter von 34 ihren Sohn zur Welt. Ihre Erfahrungen als Mutter verarbeitete sie in ihrem Buch "By the Secret Ladder: A Mother's Initiation".
2005 zog die kleine Familie nach Okanagan, wo die Schriftstellerin gemeinsam mit Mann und Sohn noch heute lebt und am Okanagan College Englisch lehrt.
In Okanagan begann sie, ihr erstes fiktionales Buch zu schreiben, den Debütroman "Shelter", dessen Übersetzungsrechte bereits in viele Länder verkauft wurden. In Deutschland erscheint ihr Werk im Juli 2012 unter dem Titel "Der Duft des Regens".



Inhaltsangabe/Klappentext

In den Wäldern im Westen Kanadas ist die Welt noch in Ordnung - zumindest für die Schwestern Maggie und Jenny. Sie lieben ihre Ausflüge zu den Seen, sammeln Pilze und Beeren, die Eltern spielen abends Karten.
Doch Maggie ist eine geborene »Sorgenmacherin«, sie kann nicht anders, sie fürchtet um das Wohl ihrer Liebsten. Als der Vater bei einem Unfall ums Leben kommt, fühlt sie sich in ihren tiefsten Ängsten bestätigt, schlimmer noch: Es scheint sich die im Dorf vorherrschende Überzeugung zu bewahrheiten, dass ein Unglück selten allein kommt. Auf der Suche nach einem Lebensunterhalt lässt die Mutter die Mädchen bei einer fremden Familie zurück, vorübergehend, sagt sie.
Doch die Tage werden zu Wochen, Wochen zu Monaten und dann zu Jahren - Irene bleibt verschwunden. Schließlich macht Maggie sich auf, die Mutter zu finden. Ihre Reise führt sie in Irenes Vergangenheit, bis an die Küste, zu einem alten Boot namens »Elsa«...



Rezension/Meinung

Irgendwie war es bei dem Buch zwar das Cover, sowie auch der Titel, die mich im ersten Augenblick neugierig gemacht haben, da ich interessant fand, dass sie so wenig zusammenhängend und vor allen Dingen auch beim Cover, ungewohnt wirkten. Trotzdem schafft keins von beidem wirklich dem Inhalt gerecht werden oder einen gar darauf vorbereiten, was einem mit diesem Buch erwartet, da das Buch doch so ganz anders war, als ich es zunächst erwartet hätte.

Ich war nämlich ehrlich überrascht, wie ernst das ganze Buch doch war und das auch schon gleich am Anfang, wo es für die Mädchen eigentlich noch alles gut und ganz normal aussieht, die Familie noch vollkommen intakt ist und sie ein für dieses Land und diese Zeit, schönes Leben zu haben scheinen, in dem sie glücklich sind. Und trotzdem hatte die Geschichte schon an dieser Stelle etwas extrem Ernstes und Schwermütiges an sich, so dass ich schon da ein leicht mulmiges Gefühl hatte, da irgendwie mein Hinterkopf sagt, dass es nicht so bleiben kann wird und auch nicht unbedingt alle so glücklich ist, wie es auf den ersten Eindruck wirkt.

An sich kommt mir Maggie beim Erzählen der Geschichte immer sehr erwachsen vor und das schon, als sie noch von ihren ganz jungen Jahren erzählt, in denen sie glaube ich sehr viel Spaß mit ihrem Vater hatte, wirkt es so, als sei sie immer deutlich älter gewesen, als es wirklich der Fall ist. Irgendwie überkam mich auch manches Mal das Gefühl, als sei den beiden Mädchen irgendwie ihre Kindheit gestohlen wurden durch das was ihnen widerfährt in dem Buch, da sie echt extrem früh erwachsen werden mussten, bedenke ich mal, welches Alter die beiden gegen Ende der Geschichte haben und was alles passiert ist und wie ihr Leben zu dem Zeitpunkt aussieht. Das ganze hat mich auch irgendwie traurig gemacht, da die beiden es von meinem Empfinden her sehr schwer hatten und vieles in ihrem Leben so emotionslos wirkte ab einem gewissen Punkt, so dass sie nur sich hatten, um wirklich Gefühle zu zeigen, auch wenn es ab und an Menschen gab, die diesen Kreis für mich gefühlt, durchbrochen haben und den beiden auch emotional näher gekommen sind. Und auch wenn ich das Ganze beim Lesen als irgendwie traurig empfand, fand ich es interessant zu sehen, wie trotzdem ein, wenn auch manchmal kleiner Eindruck vom Glücklichsein vermittelt wurde durch Maggies Erzählung.

Insgesamt kam mir die Erzählweise sehr emotional vor und das in den unterschiedlichsten Facetten, auch wenn ich egal bei welchen Emotionen, mochten sie noch so glücklich sein, immer diesen Schwermut in der Erzählung zu spüren geglaubt habe. Und irgendwie wurde die Gesamtstimmung des Romans immer noch ein wenig schwermütiger und trauriger, je weiter die Geschichte ihren Lauf nahm.

Blickt man jedoch auch beim Lesen einmal an dieser Stimmung vorbei, bietet sich ebenfalls ein sehr interessantes Bild bei diesem Buch, da es geschafft hat mich nach Kanada in diese wilde Landschaft zu versetzen, die so wunderschön und mit viel Gefühl beschrieben wird, so dass ich oft den Wunsch verspürt habe, dass in dieser Unberührtheit auch mal real zu sehen. Und meine eigene Schwester ein wenig zu beneiden anfing, die selbst Kanada schon besucht hat, gerade wegen der Natur. Und ich konnte auch ehrlich Maggies Liebe für die Natur und ihre Naturverbundenheit verstehen, da es mir in dieser Umgebung wohl nicht viel anders ergangen wäre, wirkt die Natur dort doch auf ihre Weise beruhigend und lädt zum Träumen ein.

Ein sehr ernstes und auch irgendwie trauriges Buch, das trotzdem einen glücklichen Schimmer in sich trägt, dass mir grade durch sein Stimmung gefallen hat, die ich nämlich einfach nur schön finden konnte, auch wenn ihre Atmosphäre keine direkt positive ist und das mir ein Gefühl für ein recht besonderes Land gegeben hat und das ich jedem, der mal etwas ernsteres lesen möchte nur empfehlen kann, da die Geschichte einen so berühren kann.


Fazit

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