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Mittwoch, 10. Oktober 2012

Rezension ~ Galgenmann

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Galgenmann
Autor: Aline Kiner
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: List Taschenbuch
Ersterscheinung: 10. August 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548610889
ISBN-13: 978-3548610887
Originaltitel: Le Jeu du Pendu
Genre: Krimi


Über den Autor

Aline Kiner ist als Tochter eines Minenarbeiters in einer Kleinstadt in Lothringen aufgewachsen. Sie hat Literaturwissenschaft studiert und arbeitet heute als Journalistin. Galgenmann ist der erste Fall des Kommissars Simon Dreemer.


Inhaltsangabe/Klappentext

Rätselhafte Symbole auf dem Friedhof von Varange, eine mysteriöse Statue und eine jungeFrau, brutal ermordet und in einer Felsspalte verborgen. Ein schwerer erster Fall für Kommissar Simon Dreemer, der soeben aus Paris in die Provinz strafversetzt worden ist. Die Ermittlungen führen ihn in einen Sumpf aus Verrat, Gewalt und Eifersucht. Denn die Bewohner des lothringischen Dorfes hüten ein dunkles Geheimnis, das weit in der Vergangenheit liegt und bis heute Opfer fordert.



Rezension/Meinung

Von dem Buch hatte ich mir nach den ersten Seiten ganz eindeutig mehr erwartet, da der Anfang noch angenehm spannen und auch ein wenig mysteriös war, genau wie der Klappentext es versprach. Jedoch nahmen Spannung, als auch Mysteriöses sehr schnell ab, so dass der Roman nach nur wenigen Seiten eigentlich nur noch so vor sich hinplätscherte. Meine Erwartungen zeigten sich dadurch natürlich sehr schnell als hinfällig.

Spannung kam nämlich den gesamten Roman eigentlich nicht mehr wirklich vor, da er trotz seines eigentlichen Krimicharakters oft in historischen Ausschweifungen aufging, die zwar nicht uninteressant waren, aber auch nicht wirklich Spannung aufkommen lassen wollten. Unter anderem blockierten für mein Empfinden auch sehr die Kommissare die Spannung, da sie eine für mich oftmals sehr seltsame Art zu ermitteln hatten, zwischen ihnen scheinbar kaum Kommunikation stattfand und ich die ganze Zeit das Gefühl hatte eigentlich zwei Kommissaren zu folgen, die miteinander nichts zu tun haben. Persönliches kam bei beiden Protagonisten, trotz mancher Erläuterungen nicht wirklich auf, da sie sehr fremd, unnahbar und auch vollkommen gefühlskalt auf mich wirkten. Eine Charaktertiefe, die einem als Leser hilft, die Persönlichkeiten näher zu verstehen, konnte ich nämlich gar nicht feststellen. Insgesamt konnte ich einfach nicht nachvollziehen, was sie wann warum taten und das hat dem Ganzen, neben der Wirkung der Kommissare, dass sie alle am liebsten gar nichts tun würden, da sie so lustlos wirkten, extrem die Spannung genommen.

Allgemein hatten die Ermittlungen etwas sehr dumpfes an sich, als wäre über allem eine dicke Staubschicht, die erstmal durchdrungen werden müsste, um wirklich an die Charaktere, ihr Verhalten und vor allen Dingen auch ihre Motivation zu gelangen und das nicht nur bei den Protagonisten und Ermittlern, sondern eigentlich bei allen. Diesen Elan der Ermittler, der auch mich als Leser gefangen nimmt und zum Rätseln bringt, hat mir einfach extrem gefehlt und dadurch konnte eigentlich nichts die fehlende Spannung bzw. fehlende interessante Gegebenheiten wettmachen.

Vom Stil her war der Roman daher ganz eindeutig nicht meins, denn mir fehlte einfach zu viel, was für mich einen guten Krimi ausmacht, denn weder war er spannend, noch wollte ich miträtseln, noch hatte ich auch nur im Ansatz am Ende, bei der Auflösung des Ganzen einen AHA-Effekt. Auch wenn wenigstens die Auflösung einer gewissen Logik nicht entbehrte, die man auch halbwegs verstehen konnte, auch wenn ich mir beim Täter nicht sicher gewesen wäre, also wenigstens eine kleine Überraschung blieb.

Ein Roman, den ich für Zwischendurch vollkommen in Ordnung fand, der aber nicht in meinem Gedächtnis haften bleiben wird, da er weder etwas besonderes, noch interessante Charaktere hatte, sondern simpler Durchschnitt war. Und sollte die Autorin planen weitere Romane mit diesen Charakteren zu schreiben, wünsche ich mir, dass die Charaktere dann wenigstens schon mal verständlicher und dem Leser näher sind, denn das wäre ein ganz großer Fortschritt.


Fazit

Kommentare:

  1. Die farblose Figurenzeichnung und der etwas behäbige Stil haben mich schon bei der LP von vorablesen abgeschreckt. Nur hoffte ich damals, dass der Krimi noch an Tempo und Spannung gewinnt. Muss ich also definitiv nicht lesen, das ist auch gut zu wissen ;-)

    LG, Julia

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    1. Ich fand es wurde im Lauf des Romans eher noch schlimmer, als irgendwie besser :D

      Liebe Grüße,
      Themis ^.^v

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