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Donnerstag, 15. November 2012

Rezension ~ Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen
Autor: Aimee Bender
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Berlin Verlag
Ersterscheinung: 14. Mai 2011
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3827009863
ISBN-13: 978-3827009869
Originaltitel: The Particular Sadness of Lemon Cake
Genre: Gegenwartsliteratur



Über den Autor


Inhaltsangabe/Klappentext

An einem strahlenden Frühlingstag kurz vor ihrem neunten Geburtstag beißt Rose Edelstein in ein Stück Zitronenkuchen, den ihre Mutter für sie gebacken hat. Und muss feststellen, dass zwischen den frischen Zitronen, dem Zucker und der Butter, nun ja, eindeutig ein Hauch Traurigkeit liegt. Nicht besser ergeht es Rose mit dem Hühnchen und den grünen Bohnen, die die Mutter zum Abendessen reicht - und von nun an mit allen Gerichten. Der Marmeladentoast ihres Bruders Joseph schmeckt seltsam abwesend, das Roastbeef ihres Vaters nach Schuldgefühlen, ein Sandwich nach großer Verliebtheit: Jeder Bissen offenbart mehr, als Rose lieb ist - und erst im Laufe der Jahre lernt sie, mit ihrer Gabe umzugehen, bis diese sie in ein französisches Bistro führt ... Aimee Benders furiose Idee, dem Alltäglichen des Essens eine magische Bedeutung zu geben, ist verführerisch und einnehmend zugleich. Voller leuchtender Sätze stellt ihr Roman die Frage, wieviel wir wirklich von unseren Liebsten wissen .


Rezension/Meinung 

Was mich hier von Anfang an begeistert hat, war die Idee hinter der Geschichte. Aus dem Essen die Gefühle der Produzenten beim Herstellen herauszuschmecken, war irgendwie neu und auch vollkommen spannend. Aus dieser Idee kann man nämlich auch so verdammt viel machen, zumindest in meiner Vorstellung, denn Rose hätte bestimmt allein gute Chancen in der Psychologie, auch wenn diese Gabe bestimmt auch ehrlich ein Fluch sein kann, wie man während des Lesens immer wieder bemerken muss. Essen ist und bleibt schließlich ein wichtiges Grundbedürfnis und unbeschwert kann man das mit dieser Gabe natürlich nicht mehr möglich, solange die Nahrung irgendwo mit Menschen in Kontakt kam.

An diesem Punkt hört es jedoch leider so gut wie auf mit dem, was man über Rose und ihre Fähigkeit erfährt, denn obwohl sie einem zunächst als Protagonistin und wichtigster Charakter erscheint, bleibt Rose extrem blass, wie auch ihre Fähigkeit, was ich extrem schade fand, denn Informationen von ihr und über sie, hätte ich durchaus mehr erwartet.

Viel wichtiger als Rose scheint nämlich ihr Bruder Joseph, der in der allgemein schon sehr seltsamen Familie von Rose, der seltsamste ist. Als Kind noch als Genie verschrien, hat er in späteren Jahren etwas von einem extrem menschenscheuen und weltfremden Menschen, der aber das gesamte Familienleben und damit auch die Geschichte, die hier erzählt wird, dominiert. Gleichzeitig ist es aber so, dass mir Joseph und sein Verhalten bis zum Ende rätselhaft blieben und ich einfach auch nicht wusste und weiß, was mir die Geschichte durch ihn vermitteln wollte.

Insgesamt hatte die ganze Geschichte in meinen Augen eher den Charakter einer seltsamen Erzählung einer seltsamen Familie, bei der mir einfach das für mich interessante, nämlich Rose und ihrer Fähigkeit zu stiefmütterlich behandelt wurde. Die Geschichte war zwar nicht uninteressant, wich aber leider stark von dem ab, was ich erwartet hätte und war sehr undurchsichtig, was mich irgendwie ein wenig enttäuscht hat. Auch fand ich die ganze Geschichte um den Bruder einfach viel zu verworren und unverständlich, ganz besonders das Ende betreffend, das ich nur noch seltsam fand.

Von daher zwar irgendwie in Ordnung, aber ich glaube schon, dass man aus der Grundidee, die man aus dem Klappentext herausliest, viel mehr hätte machen können und gerade dieses ungenutzte Potential und die Undurchsichtigkeit haben mich doch irgendwie gestört.


Fazit

Kommentare:

  1. Ich fand es auch schade, dass die Autorin so wenig aus Roses seltsamer Gabe gemacht hat und stattdessen den ziemlich seltsamen Handlungsstrang um Joseph reingenommen hat. Wenn man das auf zwei Geschichten aufgeteilt hätte, hätten es gute Bücher werden können. So wirkt das Ganze etwas überladen und wirr.

    LG, Julia

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    1. Das fand ich auch so schade an dem Buch. Zumal es vom Titel und allem suggeriert, dass es um Rose gehen wird und nicht um ihren Bruder.

      Zumal ich das Ende dann ganz komisch fand. :o(

      Liebe Grüße,
      Themis ^.^v

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