Seiten

Freitag, 16. November 2012

Rezension ~ Die Holzhammer-Methode


Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Die Holzhammer-Methode
Autor: Frederika Gers
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: rororo
Ersterscheinung: 1. Juni 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499258765
ISBN-13: 978-3499258763
Genre: Krimi




Über den Autor

Fredrika Gers ist gebürtige Hamburgerin. Sie schreibt, seit sie schreiben kann. Gekritzelte Tagebuchfragmente sind bereits aus dem 7. Lebensjahr erhalten.

Mit 17 macht sie auf eigene Initiative ein vorgezogenes Abitur in der Hoffnung, danach erst einmal frei zu haben. Doch ihre Eltern stecken sie in eine Banklehre – die schlimmste Zeit ihres Lebens. Als brave Tochter macht sie die Lehre fertig, schwört aber gleichzeitig, sich nie mehr von anderen Leuten vorschreiben zu lassen, was sie tun soll. Erste Glossen und Lokalspitzen erscheinen Anfang der Achtziger im Hamburger Abendblatt.

Doch zunächst gilt es, der Bank zu entkommen. Die Flucht gelingt und endet im Hamburger Hafen. Hier arbeitet Fredrika Gers zwei Jahre lang als Schiffsmaklerin. Der Kontakt mit den bodenständigen Spediteuren und Tallyleuten macht ihr mehr Spaß als Geld zählen.

Doch der Traum vom Schreiben bleibt. Und vom Kontor weg gelingt ihr zwei Jahre später der Einstieg in die Werbeagentur Springer & Jacoby. Einige Probetexte haben den Agenturchef überzeugt. Es folgen Jahre mit viel Nacht- und Wochenendarbeit und zahlreiche Medaillen für kreative Werbung. Ein Jahrzehnt arbeitet sie als Werbetexterin in einigen der besten Werbeagenturen in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München. Dann macht sie sich in München selbstständig.

Schon 1986 kauft sie sich einen Computer und ein Modem und taucht über Nacht in virtuelle Welten ein. In den 90ern veröffentlicht sie zwei Jugendkrimis, die in der Mailbox-Szene spielen und unter Computerfreaks Kultstatus erreichen.

Der Liebe wegen verschlägt es Fredrika Gers im neuen Jahrtausend ins Berchtesgadener Land. Schnell entdeckte sie dort ihre zweite große Liebe: die Berge. Seitdem ist sie fast jede Woche im Alpen-Nationalpark unterwegs. Bald entsteht die Idee zu einem Berchtesgaden-Krimi. Inzwischen ist eine ganze Reihe geplant, denn die eigenwilligen Bewohner des Berchtesgadener Talkessels liefern Steilvorlagen am laufenden Band.


Inhaltsangabe/Klappentext

Im sommerlichen Berchtesgaden fällt ein Gleitschirmflieger vom Himmel. Kurz darauf stirbt ein weiblicher Kurgast. Der Polizeichef will die Todesfälle als Unfall abtun, daher ermittelt Hauptwachtmeister Franz Holzhammer auf eigene Faust. Unterstützung erhält er von einer Zugereisten: Christine arbeitet als Ärztin in der örtlichen Reha-Klinik. Sie will nicht glauben, dass ihre rüstige Patientin an Herzversagen starb. Und die beiden liegen richtig. Nur ein Motiv scheint es nicht zu geben. Oder doch? Beide Opfer waren Touristen ...


 

Rezension/Meinung

Da ich neugierig war, wie wohl dieser Alpenkrimi werden würde, der sich ja vom Optischen sehr klischeehaft den humoristischen Alpenkrimis angepasst hat, ich daher etwas in diesem Stil erwartet hatte, musste ich diesen Krimi einfach mal antesten, da ja doch gewaltige Qualitätsunterschiede vorliegen können.

Schnell war mir jedoch klar, dass humoristisch auf diesen Roman nicht wirklich zutrifft, denn der Roman war dann doch deutlich ernster, als ich es durch das Cover erwartet hätte. Zwingend schlecht hat ihn das natürlich nicht gemacht, da er unter den Alpenkrimis daher auch mal etwas anderes war und Abwechslung geboten hat.

Der behandelte Fall an sich war in meinen Augen leider nur auch nicht sonderlich spannend, da ich einfach extrem früh wusste, wie der Täter vorgeht und auch nach höchstens der Hälfte des Romans für mich auch klar war, wer der Täter ist. Von daher muss ich gestehen, dass es an Spannung für mich eindeutig ein wenig fehlte, aber ich das Tatwerkzeug sehr mochte, da es mich amüsanter Weise an etwas erinnert hat. Näher darauf eingehen will ich hier natürlich nicht, denn das würde manchem wohl den Spaß verderben. Nur leider war es einfach einigen frühe Andeutungen viel zu offensichtliche und mich hat es ehrlich überrascht, das Holzhammer und Kollegen erst so spät auf die richtige Idee gekommen sind.

Holzhammer als Charakter war für mich eher ein recht normaler Mensch, mit einer lustigen Figur, an dem es nur wenig Interessantes zu entdecken gab. Ich fand zwar auch, das sein Vorgehen bei den Ermittlungen schon etwas besonderes hatte, da es eher lax und etwas unstrukturiert wirkte, was aber wohl auch an seinem Vorgesetzten lag, der für die Ermittlungen eher etwas hinderlich war. Insgesamt waren die Charaktere eher ganz normale Durchschnittsmenschen, wie auch die weibliche Hauptperson Christine, die mir zwar schon sympathisch war, aber auch keine Aspekte aufgewiesen hat, die sie erinnerungswürdig gemacht hätten.

Gerade das hat mir aber gefallen, weil die meisten Charaktere einem von ihrer Persönlichkeit her auch einfach so auf der Straße begegnen könnten und es anders war als in den meisten Romanen, wo jeder irgendwelche schwerwiegenden psychischen Probleme aufweisen kann.

Wäre der Fall an sich nicht so extrem leicht zu lösen gewesen, dann hätte ich den Roman wohl ziemlich gut gefunden, da mir die Charaktere in ihrer Einfachheit sehr zugesagt haben, aber so war es einfach ein wenig langweilig, trotzdem es gut zu lesen war.


Fazit

Kommentare:

  1. Eigentlich hätte man nur auf die kursiv gedruckten Miniszenen verzichten müssen. Die hätten nicht gefehlt, dafür hätte die Spannung sehr viel länger gehalten. Und auf das Cover hätte man auch etwas weniger Hinweise draufhauen können... Ich hoffe nur, dass die Autorin für den nächsten Krimi etwas gelernt hat, denn Holzhammer als Figur mag ich!

    LG, Julia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Japp, da muss ich dir Recht geben. Weil an sich wäre das Buch bestimmt nicht ganz so schnell zu durchschauen gewesen, hätte man nicht einfach schon zu schnell zu viel gewusst. Ein wenig Schade, aber wenn Holzhammer noch einen Roman bekäme, dann würde ich es auf jeden Fall nochmal mit ihm versuchen, weil die Charaktere, auch ihn selbst, mochte ich recht gern.

      Liebe Grüße,
      Themis ^.^v

      Löschen