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Mittwoch, 14. November 2012

Rezension ~ Smalltown Girls - Der Tod kommt selten allein

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Smalltown Girls - Der Tod kommt selten allein
Autor: Josephine Mint
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Beltz & Gelberg
Ersterscheinung: 7. März 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3407811063
ISBN-13: 978-3407811066
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Genre: Kinder- & Jugendbuch
Reihe: Smalltown Girls Band 1


Über den Autor

Hinter Josephine Mint verbergen sich die Autorinnen Jeanette Wagner, Miriam Sachs und Ulrike Molsen, die seit Jahren miteinander befreundet sind und mit den Smalltown Girls zum ersten Mal ein gemeinsames Projekt realisieren. Genau wie die Heldinnen der Geschichte kommen zwei von ihnen vom Land und eine aus der Stadt. Genau wie die Heldinnen könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Und genau wie bei den Heldinnen ist ihre Freundschaft eine echte Achterbahnfahrt. Jeanette Wagner, 1968 in Wiesloch geboren, ist Filmregisseurin und Drehbuchautorin, nicht besonders groß und liebt es staubzusaugen. Miriam Sachs wuchs in einer Reihenhaussiedlung in Neukeferloh auf. Heute lebt sie in Berlin und arbeitet als Schauspielerin und Autorin. Wäre sie im 18. Jahrhundert geboren, hätte sie sich in Heinrich von Kleist verliebt. Ulrike Molsen, geboren 1973 in Berlin, ist Drehbuchautorin geworden, nachdem sie feststellen musste, dass Punk leider kein Beruf ist. Sie liebt amerikanische Fernsehserien und bittet Jeanette oft, bei ihr zu staubsaugen.


Inhaltsangabe/Klappentext

Charlie, Lu und Sunshine leben in einer öden Kleinstadt und gehen Freitagabend in die Bierbörse. Das war’s dann auch schon fast mit den Gemeinsamkeiten. Wäre da nicht die mysteriöse Vision, die die Mädchen während eines Gewitters überfällt. Diese Vision besagt in aller Klarheit, dass sie alle sterben werden. Was tun, wenn plötzlich das ganze Leben in Frage gestellt ist? Abhauen? Drogenrausch? Tun, was man schon immer tun wollte? Während Charlie in Panik gerät, bleibt ihre Freundin Lu gelassen und hängt lieber mit der Outsiderin Sunshine ab. Charlie ist eifersüchtig und verzweifelt – und außerdem zum ersten Mal richtig verliebt. In Linus. Doch dann geschieht etwas, das auch Lu vom Ernst der Lage überzeugt. Und ein schrecklicher Verdacht fällt auf Linus. Es bleibt den Mädchen nur eines übrig: Sie müssen versuchen, ihren zukünftigen Mörder zu finden! Der Auftakt einer Trilogie voller unerwarteter Wendungen, mysteriöser Spannung und einem Setting, das endlich eine liebevolle Würdigung verdient hat: der deutschen Kleinstadt mit skurrilen Statisten, unglaublichen Partys, unglaublicher Langweile, immer irgendwie leicht gestriger Musik und bewusstseinserweiternden Sessions am Baggersee.



Rezension/Meinung

Von diesem Jugendbuch hatte ich mir etwas vollkommen anderes erwartet, als am Ende auf mich zugekommen ist. Versprochen hat das Buch nämlich ein etwas düsterer, geheimnisvoller Thriller für Jugendliche zu sein.

Jedoch war davon in diesem ersten Teil der Reihe bisher nur wenig zu spüren. Es zeigte sich auch nur sehr wenig von der Freundschaft der Mädchen, aber ich will doch mal von vorn beginnen.

Was einem gleich zu Beginn ins Auge springen muss, ist der extrem sorglose Umgang mit Alkohol, der in diesem Buch geschildert wird, denn die Mädchen und auch alle anderen besaufen sich doch ziemlich heftig und ein bisschen Wodka (locker 2 volle Gläser) und ein paar Flaschen Bier sind ja nichts!? Und wo ich schon beim Alkoholkonsum bin, der mich sehr negativ überrascht hat, mit dem Konsum von Drogen sieht es in der Darstellung ähnlich verherrlichend aus. Kiffen ist Gang und Gebe und andere härtere Drogen auch vollkommen normal. In meinen Augen eine Darstellung, die nicht wirklich günstig für ein Jugendbuch ist.

Zudem handeln die Charaktere auch häufig, wie in einem aus diesen Exzessen folgenden Zustand, auch wenn sie nicht in einem solchen sind. Viele sehr unlogische Entscheidungen werden getroffen und besonders von ihrem Verhalten untereinander sind die Mädchen seltsam und schwanken in irrer Geschwindigkeit zwischen Hass, beste Freunde und Zickenkrieg. Von wirklicher Freundschaft kann aber kaum die Rede sein, zumal die Dritte erst sehr spät ihren Auftritt hat.

Auch die erste Liebe der Protagonistin Charlie wirkt extrem gestellt, viel zu schnell, unlogisch und sehr emotionslos und seltsam. Zudem hat es mich an einem Punkt sehr stark gestört, dass neben Alkohol- und Drogenexzessen auch die Verhütung nicht so wichtig genommen wird, denn warum sollte man denn auch ein Kondom benutzen!?

Außerdem wurde für den Roman ein sehr jugendlich wirken sollender Schreibstil verwendet, der teilweise zu sehr eigenen Wortkreationen führt, aber auch deutlich macht, dass der Roman trotz seines laxen Umgangs mit vielen Dingen, wohl eindeutig doch für Jugendliche gedacht sein soll.

Durch diese ganzen Punkte allein hatte die Atmosphäre schon nicht wirklich etwas Düsteres und auch die Handlung bisher, die bis auf das erwähnte nicht viel mehr bot und eher einer reinen Einleitung glich, trug nur wenig dazu bei die Atmosphäre zu verbessern oder mir den Roman schmackhaft zu machen.

Für mich daher ein sehr seltsames Buch, das ich als Jugendbuch nun ehrlich sehr ungeeignet finde.  


Fazit

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