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Sonntag, 3. Februar 2013

Rezension ~ Der Mord des Jahrhunderts

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Der Mord des Jahrhunderts - Der Fall Guldensuppe
Autor: Paul Collins
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Irisiana
Ersterscheinung: 5. März 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 342415122X
ISBN-13: 978-3424151220
Originaltitel: The Murder of the Century
Genre: Krimi/Tatsachenbericht

 

Über den Autor

Copyright: Kenneth Ulappa
Paul Collins, Jahrgang 1969, ist Schriftsteller, Verleger und Privatdozent für Literatur an der Portland State University, Oregon. In seinen Büchern greift er vornehmlich historische Figuren auf. Diese wahren Geschichten schildert er mit Feinsinn und Akribie. Mit seinem subtilen Humor und seiner Erzählkunst sorgt er für spannende Unterhaltung. Als Lehrer für narratives Schreiben schafft er es, den Stoff packend und virtuos umzusetzen. Er hat bisher sieben Bücher veröffentlicht.


Inhaltsangabe/Klappentext

Im Sommer 1897 hält der Fall mit der kopflosen Leiche ganz New York in Atem. Die Polizei tappt zunächst im Dunkeln. So sind es Journalisten, die einer Spur ins deutsche Immigrantenmilieu des brodelnden Manhattan folgen und mit ihren Schlagzeilen einen wahren Zeitungskrieg entfachen.
Handelt es sich bei der kopflosen Leiche wirklich um William Guldensuppe? Bis zum Schluss hält der historische Fall mit seinen überraschenden Wendungen die damalige Bevölkerung wie den heutigen Leser in Atem.
Eine spannende Geschichtsstunde über einen der spektakulärsten Mordfälle, gewürzt mit kuriosen Details und interessanten Porträts der Zeitungsmogule Joseph Pulitzer und William Randolph Hearst.



Rezension/Meinung

Wer bei diesem Titel einen wirklichen Krimi erwartet, dem kann ich jetzt schon sagen, auch wenn der Titel sehr nach Krimi klingt, ist der Roman trotzdem kein Krimi im üblichen Sinn, auch wenn er sich sehr intensiv mit einer Kriminalgeschichte beschäftigt. Was ihm jedoch auf gewisse Weise fehlt, ist die Spannung, die eigentlich einen Krimi ausmachen würde, denn die ist aufgrund seines Aufbaus, der einfach auf etwas anderes hinaus will, nicht wirklich vorhanden.

Der Roman behandelt nämlich einen sehr spektakulären Kriminalfall, der sich in New York abgespielt hat und bei dem eine zerstückelte Kopflose Leiche gefunden wurde. Betrachtet wird das Ganze jedoch eher stark aus der Ecke der Berichterstattung der Zeitungen und liest sich daher auch sehr wie ein Tatsachen bzw. Polizeibericht aus der Zeit. Spannung wird daher gar keine Aufgebaut, sondern einem die Fakten nach und nach dargelegt und auch, wie die Ermittlungen aufgebaut waren, warum sie so liefen, wie sie liefen und wieso sie unterschiedlichste Richtungen einschlugen, um am Ende wieder auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

Für mich sehr interessant daran war vor allen Dingen auch, wie sehr die Zeitungen in den ganzen Ermittlungen mit drin steckten und wie stark ehrlich damals alles davon beeinflusst wurde was in diesen drin stand, was von den Zeitungen behauptet wurde etc. Wenn man sich den ganzen Roman so anguckt, dann hat man wirklich so ziemlich das Gefühl, dass, wären die Zeitungen nicht gewesen und hätten sich verhalten, wie sie es taten, der ganze Fall nie gelöst worden wäre. Zudem ist es ehrlich auch interessant zu sehen, wie damals dann der Prozess geführt wurde, der den Mord an, vermutlich einem Herrn Guldensuppe, denn wirklich identifiziert werden, konnte die Leiche aufgrund des fehlenden Kopfes nie sicher, aufklären sollte. Gerade das die ganzen Einzelheiten, von denen der Roman berichtet, wirklich auf Tatsachen beruhen und man vieles wohl auch aus alten Zeitungen von damals wieder nachstellen könnte, macht einfach den Charme dieses Buches aus.

Was auf jeden Fall auch richtig klasse gemacht ist, auch wenn es weniger mit dem Inhalt zu tun hat, ist der Einband des Romans, der unter dem Schutzumschlag mit den unterschiedlichsten Ausschnitten aus den Zeitungen von damals verziert ist und was einfach nur genial aussieht und natürlich zu diesem Buch auch einfach grandios passt.

Ein mal vollkommen anderes Buch, mit verdammt vielen Tatsachen, die einem zwar nicht unbedingt auf eine spannende, aber auch in keine Fall auf eine trockene Weise präsentiert werden, der einfach auf seine besondere Art interessant ist und zudem noch ein mächtiges Verzeichnis im Anhang aufweisen kann, woher die ganzen in im verarbeiteten Informationen stammen. Von daher sicherlich kein Buch, wenn man wirklich einen spannenden Krimi lesen möchte, wenn man aber ein grundsätzliches Interesse an Kriminalfällen hegt aber ein sehr interessantes Buch.


Fazit

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