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Montag, 7. November 2016

Rezension ~ Tauben fliegen auf

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Tauben fliegen auf
Autor: Melinda Nadj Abonji
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Ersterscheinung: 1. Februar 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 342314078X
ISBN-13: 978-3423140782
Genre: Belletristik / Gegenwartsliteratur



Über die Autorin

Melinda Nadj Abonji wurde am 22. Juni 1968 in Bečej, Serbien geboren. Sie ist eine ungarisch-schweizerische Schriftstellerin, Musikerin und Künstlerin. Sie wuchs in der Schweiz auf, nachdem ihre Familie aus dem damaligen Jugoslawien in die Schweiz emigrierte. 1997 schloss sie ihr Studium an der Universität Zürich mit dem Lizenziatsgrad ab und hat mittlerweile das Schweizer Bürgerrecht erhalten. In ihrem ersten Roman »Tauben fliegen auf« behandelt sie auch autobiografische Elemente und wurde mit dem »Deutschen Buchpreis 2010« sowie dem »Schweizer Buchpreis 2010« ausgezeichnet. Sie lebt bereits seit vielen Jahren in Zürich.


Inhaltsangabe/Klappentext

Über den Verlust der Heimat»Wir haben hier noch kein menschliches Schicksal, wir müssen es uns erst noch erarbeiten«, sagt Ildikos Mutter. Längst ist die Familie eingebürgert und betreibt ein Café in bester Seelage. Doch angekommen sind sie nicht, die beiden Töchter Ildiko und Nomi wachsen zwischen zwei Welten auf, sind hin- und hergerissen zwischen der verlorenen Heimat in der Vojvodina und dem Wunsch, Teil der Schweizer Gesellschaft zu sein. Es dauert lange, bis Ildiko erkennt, dass hinter dem Schweizer Idyll knallharte Fremdenfeindlichkeit lauert. Ein höchst zeitgemäßer Text über Emigration und den Preis der Assimilation.


Rezension/Meinung

Das dieses Buch den Buchpreis der Schweiz und auch in Deutschland 2010 gewonnen hat, kann ich durchaus sehr gut nachvollziehen, auch wenn ich persönlich das Buch nicht so genial finde.

Mein Verständnis dafür, dass dieses Buch einen Buchpreis gewonnen hat, liegt darin begründet, dass es eindeutig ein Buch ist, dass von seinem Schreibstil her eher als literarisch gewertet werden darf, denn ich finde es nicht unbedingt vollkommen flüssig, leicht und simpel zu lesen. Die Sätze sind teils einfach sehr lang geraten, gehen locker über 10 und noch mehr Zeilen. Dabei ist es dann auch noch so, dass viele Einwürfe in den einzelnen Sätzen sind, die gesprochene Sprache nicht direkt als solche zu erkennen etc. Man merkt einfach, dass es einen sehr speziellen Stil hat. Dazu kommt, dass die Autorin beim Erzählen sehr in den Zeiten springt, sich teilweise in eher poetischen Gedankengängen bzw. Erläuterungen verfängt, um gewisse Sachverhalte darzustellen. All dies, gepaart mit dem Thema über welches diese Buch erzählt, nämlich die Probleme seine Identität zu finden, wenn man mit zwei sehr unterschiedlichen Kulturen aufwächst und zudem noch von Fremdenfeindlichkeit bedroht ist, auch 2010 ein aktuelles Thema war und bis heute nichts an Brisanz verloren hat, bildet einfach eine gute Grundlage für einen solchen Preis.

Und doch mag ich dieses Buch nicht wirklich. Ich konnte mich mit der Protagonistin Ildikó nicht wirklich anfreunden, hatte teilweise auch einfach Probleme dem roten Faden der Geschichte zu folgen, habe ihn auch des Öfteren einfach vermisst, mich gefragt, ob es ihn denn überhaupt gibt. Ebenso wurden viele der Themen, die man irgendwie erahnt hat, nie direkter angesprochen, alles war so unterschwellig, bis auch gar nicht zu merken, wie die Fremdenfeindlichkeit, die sie in der Schweiz teilweise merken, da mir diese wirklich plastisch nur in einer Szene entgegen schlug, die ich zwar eindrücklich, aber auch nicht richtig extrem fand, es war alles so moderat. Irgendwie konnte mich das Buch einfach an keiner Stelle berühren, es war eher so, als würde ich einen sachlichen Text lesen, der etwas seltsam geschrieben war. Nicht einmal richtiges Interesse hat es bei mir geweckt.

Alles in allem ein Buch, bei dem ich zwar vom Grund her verstehe, warum es einen Preis gewinnen konnte, das mich aber so gar nicht gepackt hat und ich eher einfach nur langatmig bis langweilig empfunden habe.


Fazit


Thematisch hat es durchaus einen Buchpreis verdient und auch der Schreibstil hat etwas besonderes, aber mir persönlich war das Buch einfach zu konfus und auch der Schreibstil hat mich einfach nicht dafür entschädigen können, dass mir ein echter roter Faden fehlte.


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