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Donnerstag, 30. März 2017

Rezension ~ Demut

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Demut
Autor: Mats Olsson
Broschiert: 736 Seiten
Verlag: btb Verlag
Ersterscheinung: 27. Februar 2017
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442714648
ISBN-13: 978-3442714643
Originaltitel: Straffa och låta dö
Genre: Thriller
Reihe: Harry Svensson
Band: I

 

Über den Autor

Mats Olsson (geboren 1949) ist einer der bekanntesten Journalisten Schwedens. Er arbeitet als Sportreporter, Musikkritiker und Auslandskorrespondent. Momentan lebt er in New York. Olsson ist vielfach preisgekrönt für seine journalistischen Texte, er ist darüber hinaus der schwedische Übersetzer von Joseph Wambaugh, Robert Caris und James Lee Burke. DEMUT ist sein Krimidebüt und Start einer Serie um den ehemaligen Journalisten Harry Svensson. 


Inhaltsangabe/Klappentext

Das hatte er sich anders vorgestellt: Harry Svensson, Exreporter einer Stockholmer Zeitung und angehender Kneipenwirt, hat sich in Malmö mit einer Weinhändlerin verabredet – doch aus der gemeinsamen Nacht wird nichts. Ulrika Palmgren überlegt es sich im letzten Moment anders und setzt ihn vor die Tür. Statt speziellen Sex gibt‘s ein lädiertes Ego und eine gebrochene Nase. Als er notdürftig verarztet in sein Hotel zurückkehrt, entdeckt er im Nachbarzimmer, dessen Tür lediglich angelehnt ist, den bekannten Blues-Sänger Tommy Sandell, der seinen Rausch ausschläft – neben ihm die Leiche einer Frau. Die Ermittlungen der Polizei in dem Mordfall wollen nicht so recht vorankommen. Nur eins ist sicher: der Musiker war es nicht. Svensson betreibt derweil seine eigenen Recherchen. Als es wenig später in Göteborg zu einem ähnlichen Fall kommt, ist Harry Svensson sich sicher, dass man es mit einem Serienmörder zu tun hat …


Rezension/Meinung 

Cover und Klappentext: 
Das Cover finde ich sehr gelungen, hat man doch bei diesem Muster etwas distinguiertere Sessel oder auch in diversen Etablissements aufgrund der Dekoration verwendeter Rückenlehnen von Bettgestellen im Kopf. Vor allem, wenn man dann den Klappentext mit dem Cover in Verbindung bringt, dann passt das in meinen Augen schon sehr gut zusammen. Der Klappentext selbst macht neugierig, verrät aber eindeutig auch sehr wenig. Vielleicht fast schon ein bisschen zu wenig. Trotzdem finde ich diese Kombination schon sehr stimmig.


Inhalt/Idee:
Was an der Idee hinter diesem Thriller eigentlich wohl nur halbwegs neu ist, ist die Verkettung der Vorlieben des Protagonisten mit den Taten des Täters. Ein bisschen skurril ist es ja schon, dass Harry Svensson Vorlieben hat, die der Täter bei seinen Taten irgendwie auch auslebt. Ansonsten springt der Thriller vielleicht ein bisschen auf den durch »Fifty Shades of Grey« ausgelösten Hype rund um SM, verpackt das Ganze aber auf eine deutlich andere Art und Weise und vor allem wohl auch die Motive des Täters sind dabei sehr interessant, weil sie ein wenig von dem abweichen, was man so im ersten Moment wohl vermuten würde.

Aufbau und Schreibstil/Umsetzung:
Ich musste mich erst einmal an Olssons Schreibstil gewöhnen. Vor allen Dingen, da es mir zu Beginn des Thrillers oftmals schwer fiel wirklich zu erkennen, wer eigentlich der Erzähler in einem der Abschnitte ist. Es hat bei mir oftmals sehr lange gedauert, bis mir wirklich klar war, dass der Erzähler Harry ist oder doch der Täter. Dadurch hatte ich ein wenig Einstiegsschwierigkeiten, da ein Durcheinanderkommen manches Mal nicht ganz vermeidbar war.
Interessant ist, dass der Thriller über einen sehr langen Zeitraum verläuft und man auch einige räumliche Sprünge vornimmt, was aber durch kurze Kapitel und dazu noch Angaben bei jedem wo und wann es spielt sehr gut gelöst wurde. Allgemein ist es eigentlich ein verhältnismäßig ruhiger Thriller, was ich bei den Schweden auch eher erwartet hatte. Spannend, aber mit vielen weiteren Themen um den eigentlichen Fall herum, die teilweise damit zusammenhängen, aber in manchen Punkten auch nicht. Die Faszination für das sogenannte Spanking, was in diesem Thriller eine große Rolle spielt, kann ich zugegeben nicht verstehen und fand es oftmals auch eher einfach nur seltsam, was aber für die Atmosphäre sehr gut war.

Charaktere:
Harry Svensson ist ein Protagonist, den ich irgendwie mag und doch wieder auch nicht. Seine Vorlieben sind mir ein bisschen suspekt, seine Art mit seinen Nachforschungen und teilweise anderen umzugehen auch und trotzdem wirkt er einfach sehr real, sehr menschlich. Harry hat so viele Ecken und Kanten und kommt doch in einigen Augenblicken wieder so sympathisch rüber, dass er einfach ein extrem stimmiger Charakter ist. Auch viele andere Nebencharaktere finde ich sehr gelungen, wie Arne Jönsson, einen Kollegen Harrys oder auch weitere seiner Bekannten, andere, die er während seiner Ermittlungen kennenlernt etc. Ein bisschen seltsam kommt mir die Ermittlerin Eva Månsson vor, die ab und an ein wenig aus der Rolle fällt.
Den Täter finde ich sehr interessant charakterisiert, auch wenn er definitiv nichts spektakuläres Neues ist, aber er ist ziemlich gut geschnitten, so dass man seine Taten nachvollziehen kann.

 

Fazit


Ein durchaus mal anderer Thriller, da ich einfach den Protagonisten sehr speziell finde und auch seine Vorgehensweise. Zudem ist es ein für einen Thriller sehr ruhiges Buch, das sich auch einfach über einen sehr langen Zeitraum zieht, in meinen Augen sehr dem typischen skandinavischen Krimi gleicht, nur, dass der Täter vielleicht ein wenig härter vorgeht, als in diesen. Alles in allem aber ein durchaus lesenswertes Buch, bei dem man aber keinen Thriller im typisch amerikanischen Stil erwarten darf, da er doch schon sehr anders ist.

Mittwoch, 29. März 2017

Rezension ~ Der Manipulator

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Der Manipulator 
Autor: Mark Billingham
Broschiert: 464 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Ersterscheinung: 13. Juli 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453438329
ISBN-13: 978-3453438323
Originaltitel: The Bones Beneath
Genre: Thriller


Über den Autor

Der mit dem "Royal Television Award" ausgezeichnete Mark Billingham wure in Birminham geboren und ist Autor von zum Teil äußerts erfolgreichen Drehbüchern und TV Serien. Früher arbeitete Billingham als Schauspieler, Fernsehautor sowie als Komiker. Auch heute tritt er noch gelegentlich als Komiker auf, konzentriert sich aber hauptsächlich auf das Schreiben. Mark Billingham lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in London.


Inhaltsangabe/Klappentext

Er gilt als einer der gefährlichsten Serienkiller Englands. Niemand weiß, wie viele Menschen er tatsächlich umgebracht hat; niemand weiß, wo die Knochen seiner Opfer vergraben sind. Seit einigen Jahren sitzt Stuart Nicklin in einem Hochsicherheitsgefängnis. Bis er der Polizei einen Deal anbietet: Er führt sie an die Stätte seiner Untaten – unter einer Bedingung: Detective Inspector Tom Thorne, der ihn einst zu Fall brachte, muss das Unternehmen leiten. Thorne weiß, dass er zu einem Himmelfahrtskommando antritt, denn Nicklin ist ein Meister der psychologischen Manipulation. Auf einer einsamen walisischen Insel merken Thorne und sein Team schon bald, dass der Killer ein perfides Netzt spinnt, dem keiner entkommen kann ...


Rezension/Meinung


Cover und Klappentext:
Das Cover finde ich sehr ansprechend und auch sehr stimmig für ein Buch aus dem Krimi bzw. Thriller Genre. Wenn man es sich ganz genau anschaut und auch den Inhalt des Thrillers schon kennt, fällt einem sehr schnell auf, dass Inhalt und Cover auch wirklich sehr gut zusammen passen. Ich finde es zwar irgendwie von der Optik nicht so ansprechend, wie das Zitat zum Roman auf dem Cover plaziert ist, aber ich denke, dass dies eindeutig ein sehr persönliches Empfinden ist. Den Klappentext betreffend hätte ich mir ehrlich gesagt einen etwas anderen Inhalt dieses Thrillers erwartet. Insgesamt wohl noch ein bisschen spannender, als sich der Thriller in meinen Augen am Ende entpuppte.

Inhalt/Idee:
Die Idee hinter diesem Thriller gefällt mir sehr. Vor allen Dingen, da Stuart Nicklin und auch Tom Thorne beides sehr interessante Charaktere sind. Sehr interessant macht den Thriller auch einfach, dass die Leiche, nach der gesucht wird, sich auf einer sehr abgelegenen Insel befinden soll und durch welche alles doch zu einer deutlichen Herausforderung wird. Insgesamt sind Nicklins Hintergrundgeschichte, die Insel als Handlungsort und allein die Tatsache, dass noch ein weiterer Insasse samt Nicklin bei dieser Aktion dabei ist, bei dem man als Leser nur schwer einschätzen kann, was sein eigentlicher Sinn ist.

Aufbau und Schreibstil/Umsetzung:
Zunächst fiel es mir irgendwie sehr schwer mich in diese Geschichte einzufinden. Thorne als Protagonist ist ein nicht ganz einfacher Charakter und ich hatte mit allem auf den ersten Seiten durchaus meine Probleme. Letztendlich muss ich sagen, dass es nach ersten Startschwierigkeiten dann aber doch angenehmer wurde mit dem Lesen. Dadurch, dass man auch manchmal einen Erzählerwechsel zwischen Nickling und Thorne hat, bleibt der Thriller auch durchaus interessant, ich muss nämlich ansonsten gestehen, dass ich ihn eher ein wenig ruhig empfunden habe. Bei einem Thriller erwarte ich eigentlich deutlich mehr Spannung, als mir dieser hier geboten hat, auch wenn es da natürlich auch Abstufungen gibt zwischen Psychothrillern, bei denen ich »Der Manipulator« eher einordnen würde oder Thrillern, die mehr auf den Grusel- bzw. Ekelfaktor setzen.

Charaktere:
Wären Tom Thorne, seine Kollegen, Nicklin und der zweite Gefangene, den sie auf Wusch Nicklins dabei haben, nicht durchaus sehr interessante Charaktere, hätte ich diesen Thriller, glaube ich, als sehr ernüchternd empfunden. Thorne ist gleichsam sympathisch, wie auch irgendwie manchmal ein wenig seltsam. Irgendwie ist er kein Protagonist, mit dem ich mich richtig anfreunden konnte, aber seine Art, mit den Kollegen umzugehen, hat mir einfach gefallen. Auch wenn ich es nicht ganz verstanden habe, dass er so sehr auf die Äußerungen Nicklins teilweise angesprungen ist. Nicklin selbst ist eindeutig ein ziemlich mieser Charakter, bei dem man das Manipulative, was dem Thriller ja auch seinen Namen gibt, deutlich anmerkt, auch wenn er es auf eine durchaus eklig, schleimige und subtile Weise versucht, oder im Gegensatz dazu teilweise es so offensichtlich und platt durchzieht, dass er allein schon aufgrund dieser Wandelbarkeit interessant ist. Vor allem auch seine Beweggründe machen ihn zu einem nicht gerade uninteressanten Charakter. Alle weiteren Ermittler, Forensiker, Gefängniswächter, Inselbewohner etc. sind gut ausgearbeitete Nebencharaktere, zu denen man eigentlich wenig noch sagen kann. Am interessantesten ist Nicklins Side-Kick aus dem Gefängnis, bei dem ich mich sehr lange nur fragen konnte, was seine Rolle sein sollte, da er durch seine Schweigsamkeit und auch fehlende Eigeninitiative einfach einen interessanten Aspekt erhält.

 

Fazit


Ein Thriller mit einer, wie ich finde, sehr guten Idee und durchaus interessanten Charakteren, der mir aber irgendwie ein bisschen zu ruhig in seinem Verlauf war, bei dem ich selbst den Psychoanteil einfach noch zu gering empfunden habe, denn Nicklins Spielchen haben mich wenig dazu gebracht, dass ich wirklich eine beklemmende Spannung oder ähnliches empfunden habe, eher eine leise Neugier und Interesse, wie es weitergehen und sich teilweise auch aufklären wird. Ein durchaus interessantes Buch, aber eher nichts, wenn man es wirklich sehr spannend haben möchte.

Mittwoch, 22. März 2017

Rezension ~ Zapfig

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Zapfig
Autor: Felicitas Gruber
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Diana Verlag
Ersterscheinung: 13. Februar 2017
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453358511
ISBN-13: 978-3453358515
Genre: Krimi / Regionalkrimi
Reihe: Kalte Sofie
Band: IV


Über die Autorin

Felicitas Gruber ist das Pseudonym von Brigitte Riebe und Gesine Hirsch. Zusammen veröffentlichten sie die beiden Bücher "Die Kalte Sofie" und "Vogelfrei", in denen die Ermittlungen der Rechtsmedizinerin Sofie Rosenhuth im Zentrum der Handlung stehen. Während Brigitte Riebe ansonsten hauptsächlich historische Romane verfasst, ist Gesine Hirsch als Drehbuchautorin tätig und hat als solche bei der Fernsehserie "Dahoam ist Dahoam" mitgewirkt. Beide Autorinnen leben heute in München.


Inhaltsangabe/Klappentext

In der Giesinger Privatbrauerei Rößlbier führt Uschi Roßhaupter seit Jahrzehnten ein strenges Regiment. Und ihr Sohn Tobias macht immer noch brav, was die Mama sagt. Eigentlich – denn die Heirat mit Sekretärin Nathalie war nicht vorgesehen. Wen wundert’s, dass die junge Dame kurz vor der Trauung einer bedauerlichen Vergiftung zum Opfer fiel? Dr. Sofie Rosenhuth jedenfalls nicht. Sie hat die Roßhaupter Uschi gleich im Verdacht, doch ihr Kommissar Joe weiß sie zu bremsen. Also wird ordentlich ermittelt in der Münchner Schickeria. Ärgerlich nur, dass die grimmige Uschi kurz darauf ertrunken in einem ihrer Braukessel liegt … 


Rezension/Meinung



Cover und Klappentext:
Das Cover passt wirklich gut zu diesem Krimi, denn zum einen erkennt man sofort, dass es sich um einen Regionalkrimi handeln dürfte. Zum anderen hilft auch das Coverbild sofort, um sich selbst herleiten zu können, was der bayrische Begriff „zapfig“ wohl bedeuten mag, denn die Eiszapfen lassen einen schon erahnen, dass es doch ziemlich kalt sein Dürfte. Zudem ist der Titel natürlich auch sofort ein Hinweis, in welcher Region dieser Krimi spielen wird. Was man nicht direkt weiß, welcher Band der Reihe um Sofie es wohl ist, aber es ist klar, er gehört zu einer Reihe. Finde ich schön, dass man das sofort sieht. Den Klappentext muss ich ein wenig bemängeln, denn ich hätte teilweise damit gerechnet, dass gewisse Charaktere eine größere und andere Rolle bekommen, als sie in Wirklichkeit haben.

Inhalt/Idee:
Es ist der vierte Band rund um Sofie Rosenhuth, Pathologin, und Joe Lederer, Kommissar. Man merkt zwar, dass es sicherlich eine genauere Einführung zu den einzelnen Personen und Zusammenhängen zwischen ihnen in den anderen Bänden gegeben haben dürfte, aber trotzdem fühlt man sich nicht allein gelassen. Den Tod des ersten Opfers erlebt man auch sofort mit und danach geht es sofort ans Ermitteln. Dabei finde ich es sehr gut, dass man zwei Seiten, polizeiliche Ermittlung und auch die pathologische Untersuchung als Aspekte direkt vor Augen hat. Es ist auch einfach spannend, wie die Beziehung zwischen den Mitarbeitern der Brauerei etc. die Ermittlungen in diverse Richtungen führen. Die Lösung des Falls finde ich im Endergebnis vielleicht ein bisschen zu weit hergeholt, zumindest in Anteilen, auch wenn es trotzdem ein interessanter Krimi ist.

Aufbau und Schreibstil/Umsetzung:
Vom Aufbau her mag ich es sehr gern, dass das Buch eher von kürzeren Kapiteln dominiert wird. Auch finde ich es sehr gut, dass man einiges vom Privatleben der Charaktere erfährt, nebenher auch noch einiges an Inhalt hat, das nicht direkt mit dem Fall zu tun hat, da ich diese Dinge bei einem Regionalkrimi einfach erwarte, auch wenn es teilweise ein bisschen zu viel private Probleme von Sofie und Joe waren und ein bisschen wenig zum Kriminalfall selbst. Was mir sehr gefällt sind die typisch bayrischen Ausdrücke, welche von der Autorin aber auch eigentlich nur in der Wörtlichen Rede bzw. bei Gedankengängen genutzt wird, da man einfach der Region noch näher kommt. Auch wenn es mir immer etwas schwer fiel mir vorzustellen, dass man wirklich in München ist und nicht irgendwo in Bayern.

Charaktere:
Die Charaktere finde ich allgemein sehr gut gelungen. Vor allem auch die vielen Beziehungen zwischen den Charakteren. Sowohl bei den Protagonisten und ihrem Umfeld, als auch im Umfeld der Brauerei und der Morde. Vor allem die Mitarbeiterinnen, die zusammen auf dem Jungesellinenabschied waren, finde ich charakterlich sehr interessant dargestellt, ebenso, wie die Spannungen und Freundschaften untereinander. Bei den Protagonisten hätte es gern noch ein bisschen mehr sein können, liegt aber bei mir vermutlich daran, dass ich einfach das gesamte Wissen aus den ersten drei Bänden nicht habe. Mit diesem wäre manches sicher leichter gewesen.

 

Fazit


Ein sehr angenehm zu lesender Regionalkrimi, der einem wunderbar eine Atmosphäre kreiert, als sei man wirklich selbst in Bayern. Auch die Mischung aus privatem der Protagonisten und dem Fall finde ich durchaus stimmig, auch wenn ich Sofie sehr verstehen kann, wenn sie sich über Joe aufregt. Vor allem der kleine Mops Murmel hat mir sehr gefallen, auch wenn er nur eine Randfigur ist, aber er lockert einiges durchaus auf. Ich würde auf jeden Fall auch einen weiteren Krimi rund um die kalte Sofie lesen.

Freitag, 17. März 2017

Rezension ~ Winterglück

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Winterglück
Autor: Debbie Macomber
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag
Ersterscheinung: 19. Oktober 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734102499
ISBN-13: 978-3734102493
Originaltitel: The Inn at Rose Harbor. A Rose Harbor Novel (1)
Genre: Belletristik
Reihe: Rose Harbor Inn
Band: I


Über die Autorin

Debbie Macomber ist mit einer Gesamtauflage von über 170 Millionen Büchern eine der erfolgreichsten Autorinnen überhaupt. Wenn sie nicht gerade schreibt, ist sie eine begeisterte Strickerin und verbringt mit Vorliebe viel Zeit mit ihren Enkelkindern. Sie lebt mit ihrem Mann in Port Orchard, Washington und im Winter in Florida. 


Inhaltsangabe/Klappentext

Nach einem schweren Schicksalsschlag beschließt Jo Marie Rose, noch einmal neu zu beginnen um endlich ihren Frieden zu finden. Sie zieht in das beschauliche Küstenörtchen Cedar Cove und eröffnet ein gemütliches kleines Bed&Breakfast – das Rose Harbor Inn. Bald schon kann sie ihre ersten Gäste begrüßen, die beide aus Cedar Cove stammen – Abby Kincaid und Joshua Weaver. Dass beide nicht ganz freiwillig in ihre Heimatstadt zurückkehrten, merkt Jo Marie sehr schnell. Ein turbulentes Wochenende steht ihnen bevor, doch am Ende schöpfen alle drei neue Hoffnung für die Zukunft …


Rezension/Meinung

Cover und Klappentext:
Allein das weiße Cover passt für mich schon sehr zum Titel, da ich den Winter auch einfach mit dieser Farbe in vielerlei Hinsicht verbinde, denn zum Winter gehört einfach Schnee. Ansonsten sieht man dem Cover den Winter vielleicht ein bisschen an, aber gar nicht so arg, es passt aber sehr zu der Art des Buches, da es den lockeren und leichten Charakter unterstützt den es hat. Aber es ist auch nicht zu schnulzig, was wiederum auch nicht zum Inhalt des Romans passen würde. Der Klappentext gefällt mir auch sehr, erkennt man doch sofort, um was für eine Art von Geschichte es sich handelt und erfährt trotzdem nicht zu viel, dass einem die Spannung genommen wird.

Inhalt/Idee:
Ich finde die Idee irgendwie klasse, dass sich alles in diesem Örtchen und rund um die Pension abspielt, die hier im Zentrum des Geschehens sind. Ebenso, dass die Gäste der Pension nicht unbedingt einfache Gründe haben warum sie nach Cedar Cove kommen. Dadurch erhält das Buch eine sehr angenehme Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe, die mir einfach sehr gefallen hat. Ganz besonders gelungen finde ich, dass der Zeitraum, in dem die Geschichte spielt ja eigentlich nur drei Tage sind. Freitag und ein Wochenende und trotzdem so viel erzählt wird, man die Charaktere und ihre Probleme ehrlich gut kennenlernt, ein paar Fragen auch rund um die Geschehnisse um Jo Marie aufgeworfen werden und man das Gefühl bekommt, dass man eigentlich viel mehr Zeit mit den Charakteren verbracht hat.

Aufbau und Schreibstil/Umsetzung:
Immer wieder springt man zwischen drei Erzählsträngen. Zum einen ist man bei Jo Marie und ihrem Star mit der Pension in Cedar Cove und was sie darum erlebt. Wobei dabei schon einige interessante Dinge aufgeworfen werden, die sicher in weiteren Teilen der Reihe noch interessant werden, unter anderem Mark, der Schreiner, der ja doch ein sehr interessanter Mann zu sein scheint. Zum anderen wechselt man auch immer wieder zwischen den Erzählsträngen rund um Josh und Abby, die vollkommen unterschiedlich, aber beide sehr interessant gemacht sind. Josh, der versucht seinem Stiefvater kurz vor dessen Ende noch irgendwie beizustehen und Abby, die der Hochzeit ihres Bruders beiwohnen soll, aber durch gewisse Ereignisse der Vergangenheit eigentlich alle Seile in Richtung Cedar Cove gekappt hatte. Gerade diese Wechsel gefallen mir sehr und man bekommt dadurch einfach auch den Eindruck, dass einfach viel mehr passiert, als es eigentlich ist. Was die Geschichte irgendwie sehr rund wirken lässt.

Charaktere:
Eigentlich sind alle Charaktere einfach nur toll ausgearbeitet. Jeder hat seine Vergangenheit, seine Probleme und glücklichen Momente. Dabei sind sie alle auch noch sehr unterschiedlich, auch wenn manche Dinge sich vielleicht ein bisschen ähneln, aber das wirkt in keiner Weise gekünstelt. Jo Marie, als wohl wichtigste Person der Reihe, ist mir auch sofort sehr sympathisch. Sie wirkt einfach nett und als sei sie sehr gerne von Menschen umgeben. Einfach eine sehr offene und herzliche Problem, die zwar auch mit den Schatten der Vergangenheit zu kämpfen hat, aber durch diese nicht vollkommen negativ beeinflusst wird. Wenn ist sie eher ein wenig naiv.
Josh und Abby mochte ich als Charaktere auch sehr und fand ihre Geschichten einfach sehr gut erzählt. Vor allen Dingen auch, wie Josh immer wieder damit hadert, dass er die Dinge gerne anders angehen würde, jetzt, wo er seinen Stiefvater wieder sieht, er auch sehr gut reflektieren kann, wie die Dinge eigentlich standen und stehen, aber seine Emotionen da manchmal nicht ganz mitkommen. Abby ist auch einfach ein sehr stimmiger Charakter.
Mit am Interessantesten ist für mich glatt Mark, da dieser noch ein paar Rätsel aufgibt, da sein Verhalten schon ein bisschen ambivalent ist, aber auch das gefällt mir, da die Charaktere einfach nicht zu glatt sind und er auch sicher in weiteren Teilen wieder vorkommen wird.


Fazit


Einfach ein sehr schönes Buch, das mir beim Lesen sehr viel Spaß gemacht hat. Es ist jetzt keine sonderlich spannende Lektüre, aber das hatte ich nicht erwartet, eher eine einfach schöne, ruhige, eventuell etwas humorvolle und romantische Geschichte, die auch ein wenig das Herz anrührt, was sie eindeutig schafft

Mittwoch, 15. März 2017

Rezension ~ Heimwärts über das Eis

Allgemeine Informationen zum Roman

 
Titel: Heimwärts über das Eis
Autor: Gunilla Linn Persson
Broschiert: 334 Seiten
Verlag: Insel Verlag
Ersterscheinung: 12. Dezember 2016
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3458361871
ISBN-13: 978-3458361879
Originaltitel: Hemåt över isen
Genre: Belletristik


Über die Autorin

Gunilla Linn Persson wurde am 06. Juli 1956 in Stockholm geboren. Sie ist nicht nur Autorin von Romanen, Kinderbüchern und Theaterstücken, sondern schreibt auch Drehbücher fürs Fernsehen. Lange Zeit lebte sie auf einer Insel im Stockholmer Schärengarten. 1989 erschien ihr Debütroman "Die Schatten hinter uns".


Inhaltsangabe/Klappentext

Heimwärts über das Eis erzählt zart und berührend von der zweiten ersten Liebe, von Schuld und Reue, von Entfremdung und Versöhnung – inmitten der herrschaftlichen Weite des Meeres, der anmutigen Landschaft der schwedischen Schären und des schimmernden Glanzes einer Welt, die nach einem langen Winter wieder zum Leben erwacht.

Erste Frühlingsboten in den Schären: Kälte und Eis weichen nur zögerlich, doch die täglich höher steigende Sonne lässt den Frühling auf Hustrun, einer der nördlichsten Inseln im Stockholmer Schärengarten, schon erahnen.
Ellinor Ingman hat hier ihr ganzes Leben verbracht. Außer ihr und ihrem alten Vater leben fast keine Familien mehr auf der Insel. Es ist ein ruhiges, oft einsames Dasein, doch Ellinor liebt die Insel und das Meer, ihre Eiderenten und ihren kleinen Garten. Als Herrman Engström jetzt nach über dreißig Jahren plötzlich wieder vor ihr steht, ihre einstige große Liebe, gerät ihre Welt aus den Fugen. Die alten Gefühle drängen sich auf. Und mit ihnen die quälende Frage: Warum ging er damals einfach fort? Die Antwort birgt eine alte, unausgesprochene Geschichte, die immer zwischen ihnen stand. Die weit zurückreicht in den Winter 1914, als ein schreckliches Unglück über die Insel hereinbrach und ein verheerender Schneesturm das Leben der Familien dort für Generationen veränderte …
Im sanften Licht des herannahenden Frühlings beginnen die Schatten der Vergangenheit nun langsam zu weichen – und Ellinor und Herrman bekommen eine zweite Chance, für ihre Liebe zu kämpfen.


Rezension/Meinung



Cover und Klappentext:
Das Cover passt einfach super zu einem solchen Roman. Bedenkt man, dass man sofort an Schweden denken muss, wenn man dieses kleine rote Holzhaus sieht, welches für mich einfach typisch für Schweden ist. Ein bisschen düster wirkt das Cover, als sei fast schon Nacht, aber vielleicht soll es auch einfach die Zeit des Winters andeuten, zu der es in Schweden ja auch noch etwas düsterer ist. Vom Klappentext her hätte ich mir einen ähnlichen Inhalt vorgestellt, wie den, welchen einen das Buch auch bietet.

Inhalt/Idee:
Die Idee hinter diesem Buch finde ich einfach sehr interessant. Vor allen Dingen, dass solch eine Sache, wie die, die damals auf dem Eis passiert ist, immer noch solche Auswirkungen auf die heutige Zeit hat. Auch in vielen Dingen finde ich es interessant, dass die Autorin eine Schäreninsel beschreibt, die wirklich noch sehr altmodisch ist von dem, was man auf ihr hat. Allein dadurch, dass die Leute dort nicht einmal Strom haben, fühlt man sich sofort in eine andere Zeit versetzt, auch wenn die Geschichte rund um Ellinor und Herrmann ja doch in der heutigen Zeit spielt.

Aufbau und Schreibstil/Umsetzung:
Ich muss gestehen, dass ich mir das Buch ein bisschen weniger ruhig vorgestellt hätte. Vielleicht auch mit ein bisschen mehr Spannung. Jedoch musste ich feststellen, dass es zum einen eine sehr ruhige Erzählung ist, zum anderen auch die Spannung nicht in dem Sinn da ist, wie ich sie mir zunächst erwartet hätte. Das führt dazu, dass ich wirklich auch immer etwas länger an einzelnen Kapiteln und Abschnitten gesessen habe. Irgendwie schafft es die Autorin gekonnt, einen in eine Zeit zurück zu versetzen, die es schon lange nicht mehr gibt und das, obwohl man im hier und jetzt ist, nur diese Insel von ihrer Ausstattung und ihren Bewohnern sehr speziell ist. Gerade auch die Charaktere machen in diesem Buch wirklich viel aus und die Unterbrechungen, in denen man immer wieder kleine Abschnitte zur Vergangenheit erfährt, die ja doch auf dieser Schäreninsel eine große Auswirkung auf die Gegenwart hat. Dafür, dass ich zunächst nicht eine solche Art der Geschichte erwartet hätte, fand ich sie überraschend gut. Vor allen Dingen fängt man ein wenig zu träumen an.

Charaktere:
Ellinor wirkt auf mich durchaus ein ganzes Stück weltfremd, aber wenn man bedenkt, wie diese Schäreninsel ist, wie ihr Vater ist etc. dann wundert es mich kein Stück, dass sie ist, wie sie ist. Aber doch kann man sich solch eine Person nur schwer in unserer sehr technisierten Welt vorstellen. Herrmann, dadurch, dass er die Schäre verlassen hatte ist da ein ganz anderer Typ, auch wenn er doch auch nicht der ganz typische Mann nach üblichen Klischees ist, neigt er doch auch dazu ein Träumer zu sein. Dadurch passen die Szenen von ihm und Ellinor für mich auch sehr zusammen, da sie beide nicht ganz, wie von dieser Welt wirken. Einer der interessantesten Charaktere ist für mich eindeutig Ellinors Vater, der schon sehr speziell ist und eine solch große Einwirkung auf Ellinor hat, dass er, obwohl nur Nebencharakter eindeutig sehr spannend ist. Am spannendsten finde ich jedoch die Jugendlichen, von denen in den Episoden der Vergangenheit erzählt wird, auch von ihren Persönlichkeiten her, aus Spoilergründen will ich darauf aber nicht weiter eingehen.

 

Fazit


Irgendwie eine sehr spezielle, aber interessante Geschichte, die, so vermute ich, auch einfach das Leben auf den Schären, vor allen Dingen auf solchen wie der beschriebenen sicherlich sehr gut einfängt, denn wenn man an einem solchen Ort lebt und eigentlich nicht von dort wegkommt dann ist es auch kein Wunder, dass man ein wenig wunderlich wird. Mit am besten gefallen hat mir jedoch die Erzählung aus der Vergangenheit, die interessant ist und vor allem auch von ihrer Auflösung her durchaus eine kleine Überraschung bietet. Ein einfach sehr gefühlvolles und ruhiges Buch, auf das man sich wirklich einlassen muss, aber dann zeigt es Wirkung.